Wollen Unbekannte bei der Bahn gezielt für Chaos sorgen? In mehreren Bundesländern wurden in der Nacht Kabelschächte angezündet, viele Züge sind verspätet.

Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen: In mehreren Bundesländern haben in der Nacht zum Montag Kabelschächte an Bahnstrecken gebrannt. Viele Pendler mussten mit großen Verspätungen und Zugausfällen klarkommen. Im Netz kursieren erste Spekulationen über eine möglicherweise gezielte Aktion.

Gezielter Vandalismus?

Feuerwehr löscht Brand in Kabelschacht; Foto: dpa
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Noch ist unklar, ob die Vorfälle zusammenhängen, aber überall berichten Bahn und die Polizei von Bränden, die offenbar mit Absicht gelegt wurden.

An der Strecke zwischen Dortmund und Bochum wurden die Kabel mit Brandbeschleuniger angezündet, dabei seien auch Signalkabel beschädigt worden. Im Großraum Leipzig hat es in der Nacht gleich vier Kabelbrände gegeben.

Bekennerschreiben aufgetaucht

Die Berliner Polizei geht nach den Brandanschlägen einem möglichen Bekennerschreiben nach, das auf der Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ aufgetaucht ist. Das
Schreiben werde jetzt geprüft, sagte ein Sprecher am Montag.

ICE-Zug; Foto: dpa
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Aus Sicherheitskreisen hieß es, der Brief passe ins „Raster“. Noch ist unklar, ob es echt ist.

Ein Vorgeschmack auf die G20-Proteste?

In Hamburg prüft nun der Staatsschutz, ob es sich bei den Kabelbränden um einen politisch motivierten Anschlag handelt. Die Vermutung liegt nahe, in knapp zwei Wochen findet in Hamburg der G20-Gipfel statt.

Die Polizei rechnet mit bis zu 8.000 gewaltbereiten Linksextremisten von verschiedenen Gruppen.