Autor
Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Der Fall hatte in ganz Deutschland für Aufsehen erregt: ein Messerangriff in Chemnitz, der tödlich endete. Jetzt hat das Landgericht Chemnitz das Urteil gesprochen – und den Angeklagten zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Neun Jahre und sechs Monate soll Alaa S. ins Gefängnis. Denn: Das Landgericht Chemnitz sieht es als erwiesen an, dass der 23-jährigen Syrer sein Opfer Daniel H. am Rande des Chemnitzer Stadtfestes am 26. August letztes Jahr getötet hat. Das Gericht hat ihn deshalb wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte für zehn Jahre Haft plädiert.

Verteidigung wollte einen Freispruch

Seine Verteidigung hatte eigentlich einen Freispruch für Alaa S. gefordert. Die Begründung: Der einzige Zeuge sei nicht glaubwürdig gewesen. Außerdem seien Alaa S. keine DNA-Spuren nachgewiesen worden. Die Verteidigung von S. legte nach dem Urteil umgehend Revision ein.

In seinem „letzten Wort“ zum Abschluss der Hauptverhandlung hatte Alaa S. betont, er bedauerte, was der Familie des Opfers passiert sei. Sein mutmaßlicher Komplize ist noch immer auf der Flucht.

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Prozess musste in Dresden stattfinden

Der Prozess am Landgericht Chemnitz fand aus Sicherheitsgründen in Dresden statt. Alaa S. stand dabei schon seit März vor Gericht. Nach dem Tod des Chemnitzers am Rande des Stadtfestes hatten rechte Gruppen die Tat in den Folgetagen für ausländerfeindliche Demonstrationen instrumentalisiert.

Bei der Messerattacke am 26. August 2018 in Chemnitz war Daniel H. getötet worden. Zudem wurde eine weitere Person verletzt.

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