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Lena Seiferlin
Lena Seiferlin, SWR3; Foto: SWR3
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China feiert – und hat auch allen Grund dazu. Nach Angaben von Staatsmedien ist die chinesische Raumsonde als erste jemals auf der Rückseite des Mondes gelandet.

Die Rückseite des Mondes: Chang'e 4 hat es hin geschafft. Die chinesische Raumsonde ist offenbar am frühen Donnerstagmorgen auf der der Erde abgewandten Seite des Mondes gelandet.

Schwieriges Manöver

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua teilte mit, Chang'e 4 habe um 3.26 Uhr in der Nähe des Südpols des Mondes aufgesetzt. Sie landete dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum zufolge im Mondkrater Von Kármán, der innerhalb des Aitken-Beckens liegt – dem mit über 2.000 Kilometern Durchmesser größten Krater im gesamten Sonnensystem.

Der Staatssender CCTV sprach von einer erfolgreichen Landung. Es gibt auch schon ein erstes Foto:

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Chang'e 4 war schon am 8. Dezember gestartet, hatte den Mond auch fix erreicht, doch dann dauerte es erst mal etwas. Die Landung auf der der Erde abgewandten Seite des Mondes ist schwierig, denn dorthin lässt sich nur schlecht eine Funkverbindung herstellen. Deswegen hatte China nicht nur die Sonde, sondern auch noch einen Kommunikationssatelliten in das Orbit des Mondes gebracht.

Wissenschaftler aus Kiel beteiligt

Wenn alles klappt, soll dann ein Roboterfahrzeug aus der Sonde fahren und den Boden sowie die Strukturen rund um den Landepunkt untersuchen. Geplant ist unter anderem der Anbau von Kartoffeln und anderen Pflanzen. Bei einem der Experimente soll ein von Wissenschaftlern der Kieler Universität entwickeltes Strahlenmessgerät zum Einsatz kommen.

„Chang'e 4“ ist nur der Anfang

Mit Chang'e 4 will China zu den führenden Weltraumnationen Russland und USA aufschließen. Die Sonde ist nämlich nur der Anfang eines großen Projekts. Bald soll mit dem Bau einer bemannten Raumstation begonnen werden.

Für das nächste Jahr ist der Start einer weiteren Sonde geplant. Chang'e 5 soll dann Proben auf dem Mond sammeln und sie zur Erde zurückbringen. Außerdem will China einen Stützpunkt auf dem Mond aufbauen und ein Mars-Fahrzeug bauen.

Ein großer Schritt für die Forschung

Das berühmte Foto „Earthrise“; Foto: picture alliance/NASA/EPA/dpa

Eines der berühmtesten Fotos aus dem All: „Earthrise“ entstand während der Apollo 8-Mission im Jahr 1968 und zeigt den Erdaufgang über dem Horizont des Mondes.

picture alliance/NASA/EPA/dpa

Die ersten Bilder von der Rückseite des Monds wurden 1959 während einer sowjetischen Mission aufgenommen. Die USA brachten zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Erdtrabanten. 1976 landete die sowjetische Sonde Luna 24 auf dem Mond, 2013 folgte mit Chang'e 3 die erste chinesische Mondsonde. Sie alle waren allerdings nur auf der zur Erde gewandten Mondseite.

Die Erforschung der Rückseite gilt als schwierig. Das Gelände ist dort nicht so flach wie auf der Vorderseite. China verfolgt bei den Forschungen aber ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2030 soll erstmals ein Chinese einen Fuß auf den Mond setzen. Der Name Chang'e kommt übrigens von der chinesischen Mondgöttin.