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Patrick Seibert
Patrick Seibert; Foto: Patrick Seibert
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Die Landesregierungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verschärfen die Einschränkungen für das öffentliche Leben. Wenn die Regeln nicht beachtet werden, drohen drastische Strafen.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus untersagt Baden-Württemberg Versammlungen von mehr als drei Personen auf öffentlichen Plätzen. Das teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf einer Pressekonferenz mit. Familien seien von der Regelung ausgenommen.

Wer sich nicht an die Regeln hält, müsse mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro und einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen, so Innenminister Thomas Strobl (CDU). Auch alle Restaurants und Gaststätten sollen ab Samstag schließen. Kretschmann appellierte aber, diese ab sofort nicht mehr zu besuchen. Sich Essen mitzunehmen, sei weiterhin erlaubt.

RP: Nicht mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit

In Rheinland-Pfalz darf es keine Ansammlungen mit mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit geben. Außerdem sollen Innen- und Außengastronomie ab Mitternacht geschlossen bleiben. Ausschließlich Straßenverkauf und Lieferdienste sind dann noch zulässig. Das kommende Wochenende werde für weitere Maßnahmen entscheidend sein, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Viele Bürger hätten sich in großer Verantwortung an die bisher verfügten Einschränkungen gehalten. Man habe allerdings auch feststellen müssen, dass es ganz viele Menschen gebe, die an der Mosel oder am Rhein Partys feierten. Deshalb sollen die Maßnahmen jetzt verschärft werden.

Insgesamt zehn Corona-Partys um Freiburg

In Baden-Württemberg musste die Polizei in der Nacht auf Donnerstag wegen mehrerer Corona-Partys ausrücken. Vor allem Jugendliche und Heranwachsende hätten sich in Freiburg zum Beispiel auf Grill- und Spielplätzen getroffen, teilte das Polizeipräsidium mit. Die Gruppengrößen seien zwei- bis dreistellig gewesen.

In einem Fall seien etwa 120 Menschen auf einem Haufen gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Einige junge Leute hätten sich uneinsichtig verhalten, als die Polizisten die Treffen auflösten und Platzverweise erteilten.

Strengere Maßnahmen in Bayern

In Bayern wurden deutlich strengere Ausgangsbeschränkungen angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt.

Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt. Das hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt.