Es gibt offenbar einen neuen Fall im Zusammenhang mit der Erpressung von DHL. In einer Berliner Bankfiliale wurde ein Umschlag abgegeben – gefüllt mit Schwarzpulver und einem Zünder. Die Behörden ermitteln mit Hochdruck.

Ein Briefträger der Post stellte den Umschlag in der Bankfiliale in Berlin-Steglitz zu. Als ein Mitarbeiter diesen öffnete, sah er darin Drähte und rief die Polizei. Die rückte mit Sprengstoffexperten an. Das Gebäude, in dem sich die Filiale befindet, und die direkte Umgebung wurden geräumt und abgesperrt.

„Bauartbedingte Ähnlichkeiten“

Der Inhalt des Umschlags sei gefährlich gewesen, bestätigte der Sprecher der Berliner Polizei, Thomas Neuendorf: „Dieser Brief und der Inhalt hätten Menschen verletzen können.“ Am Abend bestätigte die Berliner Polizei dann auch, dass es einen Zusammenhang mit den Ende des Jahres in Potsdam und Frankfurt (Oder) aufgetauchten Paketbomben gibt. Nach Informationen der dpa soll es bei dem Fund in Berlin „bauartbedingte Ähnlichkeiten“ zu den anderen beiden Paketbomben geben.

Suche nach Fingerabdrücken

In dem DIN-A4-Umschlag soll sich „pyrotechnisches Material“ befunden haben, bestätigte die Berliner Polizei. Kriminaltechniker entfernten zunächst die Zündeinrichtung, danach untersuchten sie die Versandtasche mit einem Spezialroboter. Auch nach Fingerabdrücken und DNA-Spuren wurde der Umschlag abgesucht. Einzelheiten wollten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben.

Polenböller und Nägel

Anfang November wurde bereits eine Paketbombe an ein Geschäft in Frankfurt (Oder) geschickt. Aufsehen erregte dann ein weiteres gefährliches Paket, das in einer Apotheke in Potsdam abgegeben wurde. Ermittler entdeckten darin einen sogenannten Polenböller, Batterien sowie eine Metalldose voller Nägel. Ebenfalls enthalten war ein verschlüsselter Erpresserbrief, in dem der oder die Täter mehrere Millionen Euro von DHL fordern.