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Schon länger war klar, dass Daimler würde sparen müssen. Jetzt hat Chef Källenius Details genannt: Mehr als eine Milliarde Euro soll im Personalbereich eingespart werden. Dazu gab es eine klare Botschaft.

Ola Källenius hat am Vormittag vom schlanker werden gesprochen. Damit meinte der Vorstandschef von Daimler nicht sich selbst, sondern sein schwächelndes Stuttgarter Unternehmen. Eine rigide Kur soll den Autobauer auf die Zukunft ausrichten und wieder mehr auf Profitkurs bringen.

„Die Kostenbelastungen zur Erreichung der CO2-Ziele erfordern umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in allen Bereichen unseres Unternehmens. Dazu gehören auch die Verschlankung unserer Prozesse und Strukturen.“

Ola Källenius, Vorstandschef von Daimler

Betriebsrat sprach bereits von 1.100 zu streichenden Stellen

Ums Sparen geht's vor allem im Bereich Mercedes-Benz. Bis Ende 2022 will der Chef hier mehr als eine Milliarde Euro an Personalkosten einsparen. Dazu soll jede zehnte Stelle im Management gestrichen werden. Auch in Bereichen außerhalb der Produktion sollen Arbeitsplätze wegfallen. Allerdings sagte Källenius noch nicht wie viele. Man befinde sich im Austausch mit den Arbeitnehmervertretern, hieß es dazu nur.

Ende vergangener Woche kursierte bereits die Zahl von 1.100 zu streichenden Stellen im Management. „Wir sehen als Gesamtbetriebsrat durchaus die finanziell schwierige Situation sowie die Notwendigkeit von umsichtigen Maßnahmen, aber: Ihr dürft nicht für juristische Streitigkeiten oder Qualitätsprobleme von Zulieferern zur Kasse gebeten werden“ hatte Betriebsratschef Michael Brecht an die Mitarbeitenden geschrieben.

Die Daimler-Konzernzentrale in Stuttgart; Foto: picture alliance/Marijan Murat/dpa

Die Daimler-Konzernzentrale in Stuttgart

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Belasteter Diesel, teurer Elektrobereich, schwacher Absatz

Bis Ende des kommenden Jahrzehntes hat Daimler betriebsbedingte Kündigungen, Abfindungsprogramme und ähnliches ausgeschlossen. Das schließt nicht aus, dass der Konzern zum Beispiel freiwerdende Stellen nicht nachbesetzt. Der Betriebsrat will auch darüber verhandeln, die Altersteilzeit auszuweiten.

2018 war der Gewinn bei Daimler stark eingebrochen, danach stand der Konzern zeitweilig sogar in den roten Zahlen. Das liegt unter anderem an Milliardenrückstellungen für Diesel-Altlasten, während gleichzeitig der Elektroauto-Bereich hohe Summen verschlingt. Dazu kamen Produktionsprobleme und ein kurzzeitig schwächelnder Absatz.