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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic, SWR3; Foto: SWR
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Eine Tankstelle ist wohl nicht der beliebteste Ort, an dem Frauen ihre Kinder zur Welt bringen wollen. Genau das ist einer werdenden Mutter aus Rheinland-Pfalz vor kurzem passiert. Der Fall zeigt: In ländlichen Regionen gibt es offenbar zu wenige Geburtshilfestationen.

Es ist wohl der Alptraum jeder werdenden Mutter: Der Weg ins Krankenhaus ist zu weit, die Geburt des Kindes muss alleine stattfinden – im Auto, ohne Arzt und ohne medizinische Erst- oder Notfallversorgung.

Geburtshilfestation in der Nähe schloss 2018

Genau das ist einer hochschwangeren Frau aus Wallenborn in der rheinland-pfälzischen Vulkaneifel passiert. Nach rund 20 Minuten Autofahrt musste ihr Mann an einer Tankstelle anhalten, weil die Geburt begann. Dort brachte sie ihren Sohn im Auto zu Welt. Zur Entbindung nach Bitburg hätte die Fahrt 30 Minuten gedauert. Zur Geburtshilfestation nach Daun im Kreis Vulkaneifel hätte das Paar nur zehn Minuten gebraucht. Allerdings ist diese seit Ende 2018 geschlossen.

„Es ist eine Katastrophe, dass es in Daun keine Geburtshilfe mehr gibt“, sagte die Mutter drei Wochen nach der Geburt.

Das ist kein Zustand. Es dauert einfach zu lange, wenn man hier durch die halbe Eifel gurken muss.

Sie habe Angst gehabt. Es sei aber alles gut gegangenen: Die Mutter ist gelernte Krankenschwester, es sei ihre vierte Geburt gewesen und die Rettungswache sei schnell vor Ort gewesen.

Hunderte Demonstrieren in Mainz

Hunderte demonstrierten heute in Mainz; Foto: picture alliance/Ines Klose/dpa

Hunderte demonstrierten heute in Mainz

picture alliance/Ines Klose/dpa

Der Fall zeigt allerdings genau das Problem, gegen das heute Hunderte in Mainz demonstrierten: Sie forderten eine Stärkung der Geburtshilfe auf dem Land. In Rheinland-Pfalz haben in den vergangenen Jahren viele Geburtshilfestationen geschlossen. Laut der Elterninitiative Mother Hood gab es 2009 noch 52 Kliniken in Rheinland-Pfalz. Momentan bieten nur noch 30 Kliniken im Land Geburtshilfe an. Gleichzeitig steigt die Zahl der Geburten: Laut dem Statistischen Landesamt erhöhte sich die Anzahl von 2009 bis 2017 von 30.881 auf fast 37.440. Die Situation verschärfe sich vor allem in den ländlichen Regionen.