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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Bei uns sind die Tiere eher unbekannt, in China hingegen sind sie heißbegehrt: Pangoline. Vor allem wegen ihrer Schuppen werden sie erbarmungslos gejagt.

Es ist das einzige Säugetier mit Schuppen – und genau die werden ihm zum Verhängnis. Das Pangolin, auch „Tannenzapfentier“ oder „Schuppentier“ genannt, wird wegen seiner Schuppen und wegen seines Fleisches bis an den Rand der Ausrottung gejagt. Um darauf aufmerksam zu machen, versuchte es die Tierschutzorganisation „Wild Aid“ bereits mit Kong-Fu-Legende Jackie Chan.

In einem Video zeigt er, dass sich die Tiere bei Gefahr ähnlich wie Igel zusammenrollen. Das hilft ihnen gegen Wilderer aber wenig. Die können die Tiere nämlich einfach einsammeln. Deswegen versucht es Jackie Chan in dem „Wild Aid“-Video mit Kampfsport-Training:

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Pulver soll gegen Fieber helfen

Pangoline leben in Afrika und Südostasien. Sie sind die meistgewilderten Tiere der Welt. Ihre Schuppen sind in der traditionellen chinesischen Medizin sehr gefragt, erklärt Artenschutz-Expertin Sonja Lutz vom Zoo in Singapur. Die Menschen dort glauben, dass Pulver aus den Schuppen gegen Fieber und Kopfschmerzen hilft. Bei Müttern mit Neugeborenen soll es die Produktion von Muttermilch unterstützen. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es jedoch nicht.

Bild eines Pangolins; Foto: picture alliance / dpa

Ein Pangolin in einem Schutzreservat in Kambodscha.

picture alliance / dpa

Suppe aus Embryonen

Doch die Veterinärmedizinerin Lutz kennt noch eine weitere Verwendung der Tiere. Und die ist nichts für schwache Nerven: In besonders reichen Familien wird quasi als Statussymbol eine Suppe mit Pangolin-Embryos gegessen. Die noch nicht vollständig entwickelten Babys werden zuvor aus dem Muttertier geschnitten.

In Asien sind Pangoline nahezu ausgerottet und auch in Afrika werden sie mehr und mehr gewildert. Die bis zu acht Kilogramm schweren Tiere ernähren sich hauptsächlich von Ameisen oder Termiten. Sie fangen sie mit ihrer langen Zunge. Normalerweise sind sie nachtaktiv. Sie können auch auf Bäume klettern und klammern sich dort mit ihrem Schwanz an Ästen fest.

Pangolin-Produkte in Deutschland beschlagnahmt

Pangoline stehen nach dem Artenschutzabkommen unter der höchsten Schutzstufe. Seit 2017 ist der internationale Handel mit den Tieren verboten. In Deutschland werden immer wieder Schuppen oder andere Produkte, die aus Pangolinen hergestellt wurden, beschlagnahmt. Nach einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF werden die meisten Sendungen aus Afrika über Deutschland weiter nach China geschickt.

Artenschutz-Konferenz in Genf

In Genf endet diesen Mittwoch die Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen. Vertreter aus mehr als 180 Staaten haben dort über Änderungen des Schutzstatus für verschiedene Tier- und Pflanzenarten beraten. Dabei haben unter anderen Giraffen und mehrere Hai- und Rochenarten einen Schutzstatus bekommen. Verboten wurde auch die Ausfuhr wild gefangener Elefanten aus Afrika.

Das Washingtoner Artenschutzabkommen wurde 1973 abgeschlossen, um den internationalen Handel mit Wildtieren und -pflanzen zu regeln und Verstöße dagegen zu sanktionieren.