Millionen Menschen haben das Video gesehen, in dem ein Korea-Experte der BBC ein Interview gab und seine Kinder plötzlich den Raum stürmten. Doch was steckte dahinter? Jetzt gibt es die Antwort.

Robert Kellys Kinder stürmten letzte Woche ein Video-Interview, in dem der Politikwissenschaftler Auskunft über die politische Lage in Korea gab. Das lustige Video wurde im Netz tausendfach geteilt. Nun erklärt die Familie in einem neuen BBC-Interview, was damals passiert ist.

Auf dem Video ist Robert Kelly mit seiner gesamten Familie zu sehen – seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern. Kelly berichtet über all die Aufmerksamkeit, die seine Familie nach dem Video erhalten hat. Und er erklärt den Grund, warum die Kinder während des Interviews plötzlich das Zimmer stürmten: Im privaten Arbeitszimmer des Professors befinden sich Bücher und Spielsachen, zu denen die Tochter wahrscheinlich wollte.

Kellys Frau sah das Interview übrigens im Nachbarraum auf dem Fernseher und war damit beschäftigt, es aufzunehmen. Als sie die Kinder im Fernsehen entdeckte, rannte sie zu ihrem Mann, um sie wieder aus dem Raum zu holen. Sie kam aber zu spät. Schuld war die Zeitverzögerung zwischen Aufnahme und Sendung des Interviews im Fernsehen.

Kelly hatte während des Interviews auch gehofft, dass die BBC die Szenen rausschneiden würde – die entschied aber, das Interview in voller Länge zu senden. In Zukunft hat sich Kelly nun vorgenommen, doch lieber die Tür abzuschließen, wenn er als Experte Live-Interviews geben darf. Er und seine Familie haben im Nachhinein aber auch über den Zwischenfall lachen können.

Kinder stürmen BBC-Interview ihres Vaters

Children videobomb interview

When live TV goes wrong... This BBC guest's children become the stars of the show.

Posted by BBC News on Friday, March 10, 2017

Über diese sechs Punkte wurde nach dem Interview im Netz und in den Medien gesprochen:

1) Der Professor kann selbst über den Clip lachen

„Ich sah das Video wie alle anderen, und fand es auch sehr lustig“, sagt der Politikprofessor und Korea-Experte in einem am Dienstag veröffentlichten Webvideo des Wall Street Journal. In einem Videointerview der BBC ebenfalls vom Dienstag bekennt Kelly grinsend: „Wir hatten Angst, dass die BBC uns nie wieder anrufen würde.“

When the Kids Crashed Dad's BBC Interview

In their first interview since their children interrupted a live BBC segment, Robert Kelly and his wife, Kim Jung-A, discuss the now-infamous Skype catastrophe: "It’s a comedy of errors." Full story: http://on.wsj.com/2nBoDmZ

Posted by The Wall Street Journal on Tuesday, March 14, 2017

2) Die Frau in dem Video ist keine Nanny

Viele Kommentatoren dachten, dass die Frau in dem Video ein Kindermädchen ist. Laut BBC ist es aber die Frau des interviewten Experten. Das hat eine Diskussion über Alltagsrassismus ausgelöst – ganz nach dem Motto: Warum denken viele, dass eine Asiatin nur die Angestellte eines weißen Mannes sein kann – und nicht seine große Liebe? Robert Kellys Frau möchte sich von solchen Kommentaren nicht beirren lassen oder sich darüber ärgern, wie sie im zweiten Interview sagte.

3) Die Kinder dachten wohl, Daddy spricht mit den Großeltern

Die Daily Mail zitiert die Mutter des Korea-Experten. Sie sagt: Die Großeltern skypen oft mit ihren Enkeln. Die Kinder hätten deshalb wohl Stimmen aus dem Computer gehört und gedacht, dass es Opa und Oma seien.

4) Der Experte wurde vor der Veröffentlichung gefragt

Robert Kelly wurde gefragt, bevor die BBC das Video in den sozialen Netzwerken gepostet hat. Er antwortet darauf bei Twitter: Ist das diese Sache, die dann viral wird? Da hatte er den richtigen Riecher.

5) 13 Gründe, warum es das lustigste Video des Jahres ist

Millionen Menschen haben über das Video gelacht. Aber warum genau? Der britische Telegraph nimmt das Video auseinander und kommt auf 13 Gründe, warum es sich um das witzigste Video des Jahres handelt. Einer davon: „the no-look hand-off“, also wie er versucht, seine Tochter wegzuschieben, ohne nach ihr zu sehen.

6) Hätte es bei einer Expertin einen Shitstorm gegeben?

Doch genau solche Stellen stören andere Nutzer. „Bei einer Frau hätte das niemand süß gefunden“, schreibt zum Beispiel stern.de. Und weiter: „Entweder wäre einer Frau mangelnde Professionalität vorgeworfen worden à la 'Hätte sie ihr Arbeitszimmer nicht abschließen können, wenn sie ein Live-Interview führen muss?'. Oder, und das ist noch viel wahrscheinlicher, sie hätte sich anhören müssen, was für eine schlechte Mutter sie ist.“

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