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Kerstin Welter
Kerstin Welter; Foto: Kerstin Welter
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Bei Temperaturen im Minusbereich sind Nächte im Freien lebensgefährlich – besonders, wenn man kein warmes Zuhause hat. Die Stadt Ulm will Obdachlosen jetzt mit einer neuen Erfindung helfen.

Massives Holz und Stahlblech, zusammengezimmert zu einer überdimensionierten Schlafkoje mit Tür, die von innen abschließbar ist: So sieht die Erfindung aus, mit der die Stadt Ulm Obdachlosen Schutz vor Frostnächten bieten will.

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„Ulmer Nester“ an zwei Standorten

Die kastenartige Schlafmöglichkeit soll Obdachlose im Winter schützen und die schon bestehenden Angebote wie Sammelunterkünfte, Übernachtungsheime oder Kältebusse ergänzen.

Die beiden „Ulmer Nester“ wurden jetzt für den Praxistest am Karlsplatz und im Alten Friedhof aufgestellt. Im Inneren sind Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, für Rauch oder CO2 angebracht. Bei der Vorstellung eines Prototypen der Schutzboxen wurde von Passanten die Ähnlichkeit mit einem Sarg angesprochen – das Probeliegen aber zeigte: Es fühlt sich nicht so an.


Check nach jeder Übernachtung von Obdachlosen

Die Testphase ist betreuungsintensiv: Wenn jemand in den Schlafboxen übernachtet hat, werden diese überprüft. Wartung und Reinigung, auch die Akzeptanz durch Anwohner fließt in die Bewertung ein. Geplant ist auch, dass sich Streetworker weiter um die Obdachlosen kümmern, die eines der Nester genutzt haben.

Die Stadt hat den neuen Erfrierungsschutz mit jungen Startups umgesetzt: Sechs Entwickler und ein Produktdesigner haben das „Ulmer Nest“ erfunden. Sollten sich diese Schlafmöglichkeiten bei eisiger Kälte bewähren, könnten sie auch überregional eingesetzt werden.