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Morgens zwitschern die Vögel, Eichhörnchen flitzen emsig durch die Gegend und Blumen, Bäume und Sträucher tragen hellgrüne Knospen. Schadet der milde Winter der Natur?

Wenn die Meise morgens schon wieder singt und ankündigt, dass sie demnächst brüten will, dann klingt das doch schon richtig nach Frühling. Das Problem ist nur: Wir haben Januar – eigentlich viel zu früh zum Brüten.

Jungvögel würden sterben, wenn der Frost kommt

Bleibt es in den nächsten Tagen und Wochen zu mild für die Jahreszeit, dann geht das Gebrüte bei den Meisen los. Wenn alles glatt läuft, schafft das Paar drei Mal Nachwuchs in einem Sommer. Für die Art ist das gut, für die einzelnen Vogelpaare aber eine kräftezehrende Angelegenheit.

Ein Mann genießt die Freiburger Wintersonne bei milden 15 Grad.; Foto: picture alliance/Patrick Seeger/dpa

Ein Mann genießt die Freiburger Wintersonne bei milden 15 Grad.

picture alliance/Patrick Seeger/dpa

Und sollte es doch noch zu einem Kälteeinbruch kommen, wird die erste Brut nicht überleben. Das gilt auch für Schmetterlinge, die jetzt wegen der milden Temperaturen schon los geflattert sind. Sie drohen zu verhungern, weil die Pflanzen, von denen sie sich normalerweise ernähren, noch nicht blühen.

Milder Winter – ein Risiko für die Pflanzen

Ähnlich riskant sind die milden Temperaturen für die Bäume und Sträucher, die jetzt schon austreiben oder sogar blühen. Das merken zum einen die Menschen, die etwa auf Haselpollen reagieren. Denn die blühen zum Teil schon seit Dezember wieder und verlängern so die Leidenszeit der Menschen mit Allergien.

Auch für die Bäume kann das schief gehen. Bei einem Kälteeinbruch erfrieren Knospen und Blüten. Die stärkeren Pflanzen schaffen es dann, noch einmal auszutreiben, für andere aber war's das in diesem Jahr. Beides ist aber anstrengend.

Welche Tier- und Pflanzenarten gehen? Welche kommen?

Wenn so ein milder Winter ein- oder zweimal vorkommt, ist das in der Regel kein Problem. Sollten solche Temperaturen zu dieser Jahreszeit aber Dauerzustand werden – was sein kann, aber nicht sein muss –, wird die Natur sich ändern.

Dann werden einige Arten, die nicht so regenerationsfähig sind, verschwinden. Andere, die mit den veränderten Verhältnissen besser zurechtkommen, werden sich durchsetzen. Wer geht, wer bleibt und wer vielleicht kommt, das lässt sich noch nicht sagen.