Bei der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin fallen auch heute wieder zahlreiche Flüge aus, weil sich viele Piloten krankgemeldet haben. Die Pilotengewerkschaft Cockpit wirft der Airline allerdings vor, dass Maschinen auch deshalb am Boden bleiben, weil sie anwesende Piloten nicht fliegen lasse. Air Berlin bestreitet das.

Die Pilotenvereinigung Cockpit wirft Air Berlin vor, nach den massenhaften Krankmeldungen gestern viele Piloten heute nicht fliegen zu lassen, obwohl sie dazu bereit wären.

Cockpit-Vorstandsmitglied Markus Wahl sagte dem SWR: „Wir hören jetzt verstärkt von Piloten, die gerne fliegen würden bei Air Berlin, wo die Firma aber sagt 'nein vielen Dank, das brauchen wir nicht'. Also eigentlich sollte normale Operation vorherrschen, tut es aber aus irgendeinem Grunde nicht.“

Gestern hatten sich rund 200 Piloten krank gemeldet, heute sind es etwa 150. Wahl forderte Air Berlin auf, im Zuge des Insolvenzverfahrens auch auf die Interessen der Mitarbeiter einzugehen. 

„Für mich ist das absoluter Quatsch“

Eine Sprecherin von Air Berlin bezeichnet die Vorwürfe der Pilotengewerkschaft allerdings als „absoluten Quatsch“. Sie könne die Äußerungen nicht nachvollziehen, sagte Theresa Krohn auf Nachfrage des SWR. Jeder Pilot, der sich bereit erkläre zu fliegen, könne auch eingesetzt werden. Dabei seien natürlich gesetzliche Vorgaben wie Ruhezeiten zu beachten, aber die Airline suche „händeringend Co-Piloten und Kapitäne, die noch offene Positionen besetzen“.

Rückkehr zu normalem Flugbetrieb?

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat das Verhalten der Piloten als riskantes Manöver bezeichnet. Sie gefährdeten damit das Weiterbestehen der Airline unter einem neuen Eigentümer, sagte der CSU-Politiker.

Air Berlin rechnet für morgen wieder mit einem normalen Flugbetrieb. Die Zahl der Krankmeldungen flaue ab, Gesundmeldungen von Piloten träfen ein, hieß es in einem Offenen Brief des Vorstands an die Cockpit-Crews.