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Rund ein Fünftel der Treibhausgasemissionen entstehen durch unsere Ernährung. Fleischgerichte setzten dem Klima zu. Doch der größte Klimakiller auf dem Teller ist vegetarisch.

Am schädlichsten für das Klima ist ein Lebensmittel, auf das auch viele Vegetarier nicht verzichten: Die Butter. Um ein Kilogramm herzustellen, müssen laut dem Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung bei konventioneller Tierhaltung bis zu 24 Kilogramm CO2-Äquivalente ausgestoßen werden – zum Beispiel Methangas.

Butter; Foto: dpa/picture alliance
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Methangas schädlicher als CO2

Dass Butter so problematisch für das Klima ist, liegt an der Herstellung: Für die Produktion braucht es sehr viel Milch. Entsprechend viele Kühle müssen gehalten werden. Schon bei der Futterproduktion werden viele Treibhausgase frei. Im Verlauf ihres Lebens stoßen die Tiere dazu jede Menge Methangas aus, ein Treibhausgas, das viel schädlicher ist, als CO2.

Fleischtheke im Supermarkt; Foto: Lukas Budimaier/Unsplash.com
Lukas Budimaier/Unsplash.com

Auch Steakfans tun unserem Klima keinen Gefallen. Rund 13 Kilogramm CO2-Äquivalente gehen in die Luft, bevor ein Kilo Rindfleisch auf dem Rost oder im Kochtopf landet. Zwar ist die Bilanz besser als bei Butter, unter anderem weil Schlachtrinder eine kürzere Lebensdauer haben als Milchkühe. Dennoch ist die Belastung für das Klima bei keinem Nutztier so groß wie beim Rind.

Auch Käse ist gar nicht mal so toll

Beim Käse gilt die Faustregel: Je weniger Fett er enthält, desto klimafreundlicher ist er. Ein rheinhessischer Handkäse mit weniger als einem Prozent Fett hat also einen deutlich besseren ökologischen Fußabdruck als mancher Camembert mit einem Fettanteil von 70 Prozent. Im Schnitt werden für die Produktion aber immer noch 8,5 Kilo CO2-Äquivalente benötigt, um ein Kilogramm Käse herzustellen.

Käse im Regal; Foto: Katrin Leinfellner/Unsplash.com
Katrin Leinfellner/Unsplash.com

Schweinefleisch und Hühnchen sind super? Nicht wirklich.

Schweine und Hühner produzieren in ihren Mägen kein Methangas. Die Klimabilanz von Hähnchenkeulen und Schweineschnitzeln ist daher deutlich besser als beim Rindersteak: Mit 3,3 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Fleisch bei konventioneller Haltung fällt im Schnitt nur ein Drittel der Treibhausgase an.

Wenn man ein wenig über den eigenen Tellerrand hinausschaut, sind allerdings auch diese Nutztiere ein Problem. Denn gerade weil sie ihr Futter gut verwerten und daher günstig in der Aufzucht sind, steigt die weltweite Nachfrage nach Geflügel und Schweinefleisch weiter an.

Gemüse im Laden; Foto: Scott Warman/Unsplash.com
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Am besten für uns und fürs Klima: Frisches Gemüse

Was für uns gesund ist, nutzt auch dem Klima: Bei der Produktion von frischem Gemüse fallen im Schnitt nur 0,15 Kilo CO2-Äquivalente an. Unter den Grundnahrungsmitteln hat Gemüse damit die beste CO2-Bilanz. Für frische Tomaten sind es immerhin noch 0,3. Wer auf dem Teller etwas für das Klima tun möchte, sollte also Fleisch- und Milchprodukte reduzieren und öfter mal zu Salat und Gemüse greifen.