Autor
Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Der Zahn der Zeit nagt an dem Wrack der Titanic. Neue Aufnahmen zeigen den Verfall des gesunkenen Luxusdampfers. Forscher befürchten, dass es bald in sich zusammenbrechen könnte.

Mit fünf Tauchgängen gelang es einer Expeditionscrew, in 3.800 Metern Tiefe Videos von dem Wrack zu machen, wie die Produktionsfirma Atlantic in London mitteilte. Bakterien, die sich durch die Schiffshülle fressen, Rost und Ozeanströmungen setzen dem Wrack demnach stark zu.

Historiker: Badewanne des Kapitäns ist weg

Badewanne des Kapitäns in der gesunkenen Titanic.; Foto: Imago

Badewanne des Kapitäns in der gesunkenen Titanic.

Imago

Vor allem die Kabinen der Besatzung, darunter auch die Räume des Kapitäns auf der Steuerbordseite, seien stark betroffen. „Das ganze Deck auf dieser Seite bricht zusammen [...] und die Zerstörung wird weiter fortschreiten“, erklärte der Historiker Parks Stephenson. „Die Badewanne des Kapitäns ist eines der Lieblingsmotive für Titanic-Liebhaber, aber die ist jetzt weg.“

Die neuen Aufnahmen wurden unter anderem für einen Dokumentarfilm gemacht, wie Atlantic Productions erklärte.

„Ich war nicht darauf vorbereitet“

Victor Vescovo, der eines der für die Tauchgänge genutzten U-Boote gesteuert hat, sagte demnach: „Es ist ein großes Wrack, ich war nicht darauf vorbereitet, wie groß es ist. Es war außerordentlich, es komplett zu sehen.“ Die Crew habe während eines Tauchgangs auch einen Kranz abgelegt, um der Opfer zu gedenken, erklärte die Firma.

Der Untergang der Titanic ist die wohl bekannteste Katastrophe der Seefahrt: Nach der Kollision mit einem Eisberg auf seiner Jungfernfahrt von Southampton in England nach New York sank der Luxusdampfer in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912. Rund 1.500 der mehr als 2.200 Menschen an Bord kamen ums Leben. Das Wrack war 1985 südöstlich der kanadischen Provinz Neufundland auf dem Grund des Atlantischen Ozeans entdeckt worden.

Autor
Hans Liedtke
Autor
SWR3