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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Eine Fläche von der Größe Bayerns und Niedersachsens zusammen – so viel Tropenwald ist 2018 „verschwunden“. Ein Land scheint jedoch die Kurve zu kriegen.

Zwölf Millionen Hektar weltweit – so viel Tropenwald ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahr verloren gegangen. Das berichtet das Projekt Global Forest Watch (GFW) am Donnerstag.

Der Waldvernichtungs-Weltmeister heißt Brasilien

Das Wald-Monitoringsystem GFW ist ein Projekt des Weltressourceninstituts in Washington. Es soll helfen, die „Entwaldungsrate“ in sämtlichen Ländern der Erde ab dem Jahr 2000 nachzuvollziehen – vor allem mithilfe von Satellitenbildern.

Indonesien; Foto: dpa/picture-alliance

Trauriger Anblick in Indonesien 2007: Wo einst üppiger Regenwald stand, erstreckt sich das Ödland bis zum Horizont.

dpa/picture-alliance

Dabei zeigt sich: Es ist schlimm. Es wird weiter abgeholzt, abgebrannt und zerstört. Trauriger Spitzenreiter war im vergangenen Jahr Brasilien. Hier gingen laut der Studie 1,35 Millionen Hektar an ursprünglichem Regenwald verloren. Und: Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro will weitere Rodungen legalisieren.

Die Verluste werden weniger

Ein Teil des weltweiten Verlusts sei auf Waldbrände zurückzuführen. Vor allem aber habe er damit zu tun, dass Flächen abgeholzt wurden, um Weideflächen zu schaffen, heißt es in dem Bericht. So verringert der Mensch seinen größten Kohlenstoffspeicher, der riesigen Einfluss auf das Klima hat, weiter und weiter.

Der Bericht zeigt aber auch: Es war schon mal schlimmer. Im Vergleich zu den Jahren 2016 und 2017 verzeichneten die Beobachter im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang. 2016 hatten die Tropenwälder noch fast 17 Millionen Hektar eingebüßt. 2017 waren es annähernd 16 Millionen.

Auch Einzel-Aktionen sorgen für Aufmerksamkeit. So hat ein Ehepaar aus Brasilien in den vergangenen Jahren einen Teil des Regenwaldes wieder aufgeforstet und insgesamt mehr als zwei Millionen Bäume gepflanzt - mit unerwartetem Erfolg.

Brandrodungsstaat Indonesien besinnt sich

Als positives Beispiel führen die Autoren Indonesien an: In dem südostasiatischen Land seien die Verluste von Primärwald auf den niedrigsten Stand seit 2003 gefallen. Das deute darauf hin, dass Schutzmaßnahmen der Regierung Wirkung zeigten. Indonesien war lange als gnadenloser Brandrodungsstaat bekannt, der damit auch noch Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre pumpte.

Jetzt wiederum profitiert Indonesien davon, dass es gegen die absichtlich gelegten Brände vorgeht: Nach dem Pariser Klimaabkommen zahlt in diesem Fall Norwegen dem Inselstaat umgerechnet über 20 Millionen Euro pro Jahr für die eingesparte Luftverschmutzung. „Indonesien fährt die Abholzung zurück – Norwegen zahlt“, heißt es in diesem Tweet:

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