Autor
Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Die Wetterlage in Bayern bleibt angespannt. Im Allgäu trifft eine Lawine ein Hotel. Im Norden Bayerns treten Flüsse über die Ufer. Und noch ist keine Entspannung in Sicht.

Schnee- und Regenfälle fordern auch zu Wochenbeginn die Einsatzkräfte in Bayern. Eine Lawine traf am Montagmorgen ein Hotel im Winterskiort Balderschwang, verletzt wurde nach Angaben eines Polizeisprechers niemand.

Du hast DNT aktiviert. Wir stellen die Verbindung zu Twitter erst her, wenn du dies erlaubst. Die Einwilligung ist freiwillig und gilt nur temporär. Mehr dazu findest du in unseren Datenschutzhinweisen.
Den Beitrag bei Twitter ansehen.

Die Lawine mit einer Breite von 300 Metern drückte Fenster des Hotels ein, Schnee drang ins Gebäude. Einsatzkräfte waren vor Ort, konnten aber zunächst nicht mit Räumungsarbeiten beginnen. Experten mussten zuerst klären, ob sich weitere Schneebretter lösen könnten.

Seehofer besucht Schneechaos

Für die bayerischen Alpen gilt die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich am Montag ein Bild von dem seit Tagen andauernden Schneechaos in den bayerischen Alpen machen. Er besucht Helfer und Einsatzkräfte in Berchtesgaden und Neukirchen am Teisenberg.

Warnung vor Überschwemmungen

Mehrere Flüsse und Bäche in Bayern traten in der Nacht über die Ufer. Vor allem in der Mitte und im Norden des Bundeslandes wurden teilweise Äcker und Wiesen überflutet. Für den oberfränkischen Landkreis Kulmbach warnten die Behörden vor Überschwemmungen in bebauten Gebieten.

Mehrere Tote in Österreich

In den vergangenen Tagen sind mehrere Menschen in Österreich durch Lawinen ums Leben gekommen – zuletzt drei Skifahrer aus dem Raum Biberach. Sie verunglückten in Österreich bei Lech am Arlberg. Ein Vierter Skifahrer wird noch vermisst.

Es wurde immer wieder vor der Gefahr durch Lawinen gewarnt. Skifahrer sollten die gesicherten Pisten unter keinen Umständen verlassen.

So entstehen Lawinen

In mehreren Wintersportorten in Bayern und Österreich sitzen Tausende Einheimische und Urlauber nach Lawinenabgängen fest. Die Polizei musste wegen Lawinengefahr Straßen zu den Orten Balderschwang im Allgäu und Rauris im Salzburger Land sperren.

Ein räumt in Berchtesgaden Schnee vom Haus seines Daches.; Foto: dpa/picture-alliance

In vielen Orten Südbayerns müssen Hausbesitzer ihre Dächer von der Schneelast freiräumen, sonst droht Einsturzgefahr.

dpa/picture-alliance

Kampf gegen Schneemassen

In Bayern sind weiter Tausende Helfer im Dauereinsatz, um die Schneemassen zu beseitigen. Vor allem auf den Dächern von Häusern werden sie wegen ihres hohen Gewichts zum Problem.

In der Nacht zum Sonntag haben Neuschnee und Regen das Problem verschärft. Die Stadt Kempten sperrte am Abend vorsorglich elf Sporthallen wegen Einsturzgefahr.

Es gilt der Katastrophenfall

Auch Soldaten der Bundeswehr sind im Einsatz, um Dächer von der Schneelast zu befreien. In fünf Landkreisen gilt der Katastrophenfall. In einigen Orten fällt der Schulunterricht aus. Entspannung ist nicht in Sicht. Ab Montag soll es wieder kälter werden. Dann könnte örtlich über ein Meter Neuschnee fallen.

Aktuelle Infos zur Lage auf den Straßen gibt's im SWR3-Verkehrszentrum.

Fernpass in Österreich gesperrt

Wer auf dem Weg in den Winterurlaub nach Österreich oder Italien ist, sollte mehr Zeit einplanen. Die Fernpassstraße ist zwischen Bichlbach und Lermoos bis Dienstag in beiden Richtungen gesperrt. Der Grund: Lawinengefahr. Autofahrer werden gebeten, die Strecke weiträumig zu umfahren.