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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Wer in Genf in der Schweiz über einen Zebrastreifen gehen will, der könnte sie sehen: die neuen Schilder mit Frauen, Paaren oder Älteren. Die Stadt hat am Donnerstag sechs verschiedene Varianten des Verkehrsschildes vorgestellt – mit einem ganz bestimmten Zweck.

Auf den ungewöhnlichen Verkehrsschildern sind unter anderem Paare, Senioren und Frauen zu sehen – manche von ihnen schwanger.

Sandrine Salerno mit den neuen Genfer Zebrastreifen-Schildern; Foto: picture alliance/Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

Serge Dal Busco, zuständiger Staatsrat für Infrastruktur, und die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno stellen die neuen Verkehrsschilder dort vor, wo sie eingesetzt werden sollen: an einem Zebrastreifen.

picture alliance/Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

Schilder sollen die heutige Gesellschaft abbilden

Die Aktion sei dabei keine Spielerei, sagte die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno bei der Vorstellung der Schilder. Ganz im Gegenteil: Die Stadt Genf wolle mit der Aktion ein Zeichen für Gleichberechtigung setzen.

Die Idee der Feminisierung bestimmter Verkehrszeichen mag anekdotisch erscheinen. Es geht darum, die Entwicklung der Gesellschaft zu zeigen.

Sandrine Salerno, Genfer Stadtpräsidentin

Historisch betrachtet sei der öffentliche Raum von Männern für Männer gedacht worden. Unter dem Vorwand der Neutralität sei die Beschilderung überwältigend männlich, kritisierte Salerno.

Mit Folgen, die bis heute spürbar sind: Diese „Omnipräsenz der Männer“ verstärke die Vorstellung, dass einige Menschen, vor allem Frauen, aber auch Minderheiten, dort weniger zu Hause seien als andere, erklärte Salerno weiter. Der Austausch von Verkehrsschildern solle das Gefühl der Legitimität für alle im öffentlichen Raum fördern.

Genf will weiblicher werden

Insgesamt sollen 250 Schilder mit den sechs neuen Variationen aufgehangen werden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur sda ist Genf damit die erste Stadt in der Schweiz, die solche Verkehrsschilder einsetzt. In Genf läuft derzeit zudem ein Projekt zur Feminisierung von Straßennamen.

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