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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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In Australien brennt es seit Monaten. Jetzt hat die australische Regierung in Auftrag gegeben, bis zu 10.000 Kamele zu erschießen. Außerdem gilt derzeit der Katastrophenalarm im Bundesstaat Victoria.

Für die kommenden Tage rechnen Experten mit neuen Hitzewellen, die die Dürre und damit auch die Buschbrände im ganzen Land verstärken dürften. Die Behörden des australischen Bundesstaates Victoria haben deshalb den Katastrophenalarm für Teile der Region ausgerufen. Die Maßnahme erlaubt den Behörden und Helfern, zusätzliche Kräfte zu mobilisieren. Außerdem sollen weitere Gebiete evakuiert werden.

Der sechs Millionen Einwohner zählende Bundesstaat Victoria im Südosten des Landes ist wie das benachbarte New South Wales besonders von den Bränden betroffen. Schon letzte Woche wurde in Victoria ein solcher Katastrophenalarm ausgerufen – zum ersten Mal in der Geschichte des Bundesstaates.

Rund 10.000 Kamele sollen erschossen werden

Eine weitere Maßnahme: Die Regierung hat beschlossen, rund 10.000 Kamele erschießen zu lassen. Das sei nötig, weil die Tiere sonst die Bewohner entlegener Ortschaften gefährden würden, hieß es von den örtlichen Behörden am Mittwoch. Denn: Riesige Herden von Kamelen seien auf der Suche nach Wasser und Nahrung inzwischen bis in Gemeinden der Ureinwohner vorgedrungen, hätten das Trinkwasser verschmutzt und die knappen Lebensmittelvorräte geplündert.

Kamele verdursteten oder trampelten sich tot

Die Kamele werden von Hubschraubern aus von Scharfschützen abgeschossen. Und: Die Tötung erfolge nach höchsten Tierwohl-Standards, betonte das Umweltministerium des Bundesstaates South Australia.

Die Aktion ist die erste dieser Art in dem Bundesstaat und findet in Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara (APY) statt, einem Verwaltungsbezirk, in dem etwa 2.300 Ureinwohner leben. Sie diene nicht nur dem Schutz der Menschen, sondern auch dem Wohl der Herden, erklärte das Ministerium. Es seien bereits Tiere verdurstet oder hätten sich gegenseitig totgetrampelt.

Kamele gelten in Australien als Plage

Kamele wurden in Australien erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts aus Indien eingeführt, um sie für die Erschließung des riesigen Binnenlandes zu nutzen. Heute leben in der australischen Wüste so viele wilde Kamele wie nirgendwo sonst auf der Welt, vermutlich sind es mehr als eine Million Tiere. Sie gelten in Australien als Plage, da sie Quellen verseuchen und bei der Futtersuche die natürliche Flora zertrampeln. Grundbesitzer in der APY-Region fangen seit Jahren Kamele ein und verkaufen sie.

Trockenste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

2019 war das trockenste Jahr in Australien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die extreme Dürre ist einer der Hauptgründe für die Buschbrände im Land. Diese drohen sich mit einer bevorstehenden neuen Hitzewelle erneut zu verstärken.

Im Kampf gegen die Flammen starb derweil erneut ein Feuerwehrmann, es war bereits das vierte Todesopfer in den Reihen der Einsatzkräfte. Insgesamt starben bei den Bränden damit seit September 27 Menschen. Mehr als 2.000 Häuser wurden aktuellen Angaben zufolge zerstört.

Rund acht Millionen Hektar Land – in etwa die Größe Kaliforniens oder Irlands – wurden Opfer der Flammen. Der Rauch von den Bränden zog inzwischen auch ins 12.000 Kilometer entfernte Südamerika, wo er am Dienstag (Ortszeit) Brasilien erreichte.