Autor
Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Können wir bald Wasser von Grönlands geschmolzenen Gletschern im Supermarkt kaufen? Das ließ zumindest Grönlands Energieminister anklingen. Wir klären, was dahinter steckt.

Erst im Dezember hatten Wissenschaftler festgestellt, dass Grönlands Eisschild viel schneller schmilzt als erwartet. Einer in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie zufolge sind seit 1992 insgesamt 3,8 Billionen Tonnen Eis geschmolzen – und damit wesentlich mehr als in den Jahrzehnten davor. Alleine pro Jahr verliere Grönland etwa 360 Kubik-Kilometer Eis, hat der Schweizer Klimaforscher Konrad Steffen dem SWR gesagt.

Mehr Schmelzwasser, was tun?

Grund dafür ist wohl der Klimawandel, das sagt auch Grönlands Energieminister Jess Svane in der Montagsausgabe des Tagesspiegels. Und das sei in Grönland auch allen klar.

Nun will Grönland das viele Schmelzwasser nutzen und es zu Geld machen, indem es an Unternehmen verkauft wird. Ähnliche Projekte, die Lizenzen zum Export von Wasser haben, gibt es laut dem Energieminister bereits – jetzt wolle man allerdings weiter expandieren und das Wasser auch mit dem Rest der Welt teilen. Und eben auch Geld damit machen.

„Unsere Zielgruppe sind kommerzielle Unternehmen“, betonte Svane weiter. Insgesamt seien 16 Lizenzen zur Wassergewinnung ausgeschrieben. In welche Märkte das grönländische Wasser exportiert wird, ist laut Svane Sache der Unternehmen.

Geld für Grönland oder Wasser für die Welt?

Laut Grönlands Energieminister geht es bei der ganzen Aktion aber nicht nur ums Geld: Man wolle auch der Wasserknappheit entgegenwirken, die seiner Meinung nach auf der Welt durch den Klimawandel zunehmen wird. Die grönländische Regierung habe erkannt, „dass wir daraus ein marktfähiges Produkt machen können, das anderswo fehlt“.



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