Stand:

Der deutsche Reisekonzern Thomas Cook sagt alle Flüge und Pauschalreisen ab 2020 ab. Was bedeutet das für die Betroffenen?

Der insolvente Reiseveranstalter Thomas Cook hat alle Reisen ab dem 1. Januar 2020 abgesagt. Sie könnten aus rechtlichen Gründen nicht angetreten werden – auch wenn sie schon zum Teil oder ganz bezahlt wurden.

Thomas Cook will hunderttausende Kunden informieren

Das gelte für alle Reisen, die bei Thomas Cook, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin gebucht wurden. Thomas Cook werde die Betroffenen informieren – was mehrere hunderttausend Kunden sein dürften. Wer einen Versicherungsschein habe, könne einen Antrag stellen und versuchen bereits gezahltes Geld zurückzubekommen.

Täglich gehen nach Angaben eines Unternehmenssprechers etwa 1.000 Schadensmeldungen ein. „Mit der heute bekanntgegebenen Entscheidung von Thomas Cook erwarten wir nun auch die Meldung von Schadenersatzansprüchen für Reisen, die im kommenden Jahr hätten stattfinden sollen.“ Diese seien in der Regel noch nicht vollständig bezahlt, sondern nur angezahlt. Bisher war der Reisestopp nur bis Ende dieses Jahres angekündigt.

Bislang will niemand den kompletten Konzern übernehmen

Nach Angaben von Thomas Cook gibt es bislang keine Interessenten, die den Konzern als Ganzes übernehmen möchten. Deshalb werde der Geschäftsbetrieb zum 1. Dezember eingestellt. Bis Ende November versuche der Insolvenzverwalter aber noch, den Konzern oder Teile des Konzerns zu erhalten. So könnten zumindest die Hälfte der 2.100 Arbeitsplätze in Deutschland gesichert werden.

Die deutsche Thomas Cook GmbH hat ihren Sitz in Oberursel bei Frankfurt. Der Konzern war einst der zweitgrößte Reiseveranstalter in Deutschland. Auslöser für die Pleite war die Insolvenz des britischen Mutterkonzerns, durch die auch die deutsche GmbH mitsamt Veranstaltern wie Neckermann oder Öger Tours ins Strudeln geraten war.