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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic, SWR3; Foto: SWR
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Die Deutsche Umwelthilfe will, dass das Silvesterfeuerwerk verboten wird. Sie nennt dabei auch Alternativen zum Schwarzpulver. Neun Städte im Südwesten haben einen Verbotsantrag erhalten.

Schluss mit dem Feuerwerk an Silvester – das fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Deshalb hat sie seit Juli gegen 98 Städte bundesweit Verbotsanträge gestellt, darunter auch mehrere im Südwesten.

Diese Städte im Südwesten sind betroffen

Die DUH fordert, dass Feuerwerk an Silvester in den Innenstädten verboten werden soll. Im Südwesten richtet sich ihre Forderung an die Städte Bernau, Esslingen, Heilbronn, Ludwigsburg, Mannheim, Markgröningen, Reutlingen, Stuttgart, Tübingen, Ludwigshafen, Mainz und Neuwied.

Diese hätten im Jahresdurchschnitt eine hohe Feinstaubbelastung. In Esslingen und Tübingen gelten bereits Verbote für die historischen Zentren. Dort befinden sich viele Fachwerkhäuser – in der Vergangenheit hatte es dort durch Silvesterraketen gebrannt.

5.000 Tonnen Feinstaub in wenigen Stunden

Der Stuttgarter Schlossplatz am 1. Januar 2019; Foto: picture alliance/Marijan Murat/dpa

Der Stuttgarter Schlossplatz am 1. Januar 2019

picture alliance/Marijan Murat/dpa

DUH-Chef Jürgen Resch sagte in Berlin, die Böllerei sei schädlich für die Luftqualität, die Gesundheit und die Tierwelt. Das Schwarzpulver in den Raketen sorge für eine hohe Feinstaubbelastung. Laut der DUH würden durch die abgebrannten Feuerwerkskörper zum Jahreswechsel in wenigen Stunden etwa 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt.

Laut dem Umweltbundesamt wurden 2016 zum Jahreswechsel rund 4.500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das sei rund ein Sechstel der im kompletten Jahr im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.

Die durch das Schwarzpulver freigesetzten ultrafeinen Partikel zählen laut Umwelthilfe neben dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid zu den gefährlichsten Luftschadstoffen.

Laser- und Lichtshows bei „Silvester 2.0“

Am 1. Januar eines jeden Jahres erreicht die Feinstaubbelastung in den Städten ihren Rekordwert. Zudem gibt es in jedem Jahr zahlreiche Verletzte und Unfälle durch die Silvesterrakten.

Die DUH nennt auch Alternativen zu den umweltbelastenden Schwarzpulver-Böllern: Laser- und Lichtshows. Die Umwelthilfe wirbt für dieses Konzept mit dem Namen „Silvester 2.0“.

Alternative zum Feuerwerk? Eine Licht und Lasershow in Magdeburg (2015); Foto: (c) dpa

Alternative zum Feuerwerk? Eine Licht und Lasershow in Magdeburg (2015)

(c) dpa

Jürgen Resch sagte dazu:

Wir wünschen uns weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel – aber ohne verpestete Luft, brennende Häuser, verletzte Menschen und verängstigte Tiere durch archaische Schwarzpulver-Böllerei.

Umwelthilfe droht nicht mit Klagen

Die DUH hat die Bundesregierung und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) dazu aufgefordert, die Sprengstoffverordnung und das Gesetz gegen Luftverschmutzung zu ändern, um den Kommunen solche Verbote zu erleichtern. Der Verband der pyrotechnischen Industrie warnt vor Rechtsbruch – generelle Feuerwerksverbote von Kommunen seien nicht möglich.

Die Deutsche Umwelthilfe ist unter anderem dafür bekannt, dass sie Städte per Klage zu Diesel-Fahrverboten zwingt. Bei Silvesterböllern werde dagegen kein geltender Grenzwert überschritten, sagte Resch. Es gehe bisher lediglich um „vorausschauende Umweltpolitik“. Deshalb werde nicht mit Klagen gedroht