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Wer darf nächste Woche mit ins WM-Trainingslager nach Südtirol fahren – und damit wahrscheinlich auch zur WM nach Russland? Am Dienstag hat Bundestrainer Joachim Löw den Kader für die WM bekanntgegeben. Überraschungen inklusive.

Überraschungen über Überraschungen

Überraschenderweise nicht mit dabei ist der Dortmunder Mario Götze, der bei der WM 2014 das entscheidende Tor geschossen hatte. Torjäger Sandro Wagner ist von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw ebenfalls nicht in das vorläufige WM-Aufgebot berufen worden. Statt des Stürmers vom FC Bayern München nominierte Löw am Dienstag überraschend den Freiburger Angreifer Nils Petersen.

Unerwartet war auch die Rückkehr von Leverkusens Verteidiger Jonathan Tah in das Aufgebot. Mesut Özil und Ilkay Gündogan gehören auch nach ihrem vieldiskutierten Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wie erwartet zum WM-Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Löw sagte dazu, er sei von dem guten Charakter der beiden Spieler überzeugt und werde im Trainingslager nochmal mit ihnen über den Vorfall reden. Weltmeister Özil ist seit Jahren eine unverzichtbare Größe bei Löw.

Nicht selbstverständlich: Neuer ist erstmal mit dabei

Nationalmannschafts-Kapitän Manuel Neuer darf trotz seiner Verletzung weiter auf eine Teilnahme an der WM in Russland hoffen.

Ohne Spielpraxis in eine WM zu gehen ist fast unmöglich – das weiß auch Manuel Neuer. Er trainiert jetzt wieder voll mit, dann werden wir seine Leistung bewerten und weitersehen.“

Wenn „Manu“ dann selbst merken sollte, dass er nicht in der Lage sein sollte, würde er auch selbst Rückmeldung geben – da sei sich Löw sicher. Man gebe ihm nun diese Chance und hoffe auf eine Beteiligung Neuers bei der WM.

Bis zur Nominierung seines endgültigen, 23-köpfigen Aufgebots am 4. Juni muss Löw damit noch einen Torwart streichen. Bisher hat er nämlich vier Tormänner nominiert, mitkommen werden aber nur drei. Bei den anderen drei Torhütern handelt es sich um Neuers bisherigen Stellvertreter Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona, Leverkusens Bernd Leno und Kevin Trapp von Paris St. Germain.

Auch Löw verlängert

Außerdem bis 2022 mit am Start bei der WM: Bundestrainer Jogi Löw selbst. Der wird seinen Vertrag mit dem DFB vorzeitig um zwei Jahre verlängern. Das haben Löw und Verbandschef Reinhard Grindel gerade vor der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders mitgeteilt. Löw soll mit der Mannschaft damit auch die Weltmeisterschaft in vier Jahren in Katar bestreiten – vorausgesetzt die Mannschaft qualifiziert sich.

Ich habe immer gesagt, dass für mich Jogi Löw der beste Trainer für die Nationalmannschaft ist. Ich spüre bei ihm den ungebrochenen Willen, mit der Nationalmannschaft auch in den nächsten Jahren in der Weltspitze zu bleiben, mit ihr will er unbedingt weitere Titel gewinnen.“

Reinhard Grindel, DFB-Präsident

Das sieht auch Löw selbst so: Sein Ziel sei es ganz klar, den Titel nach Deutschland zu holen. Der Vertrag von Teammanager Oliver Bierhoff wird bis 2024 verlängert.

Klinsmann als BBC-WM-Experte

Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann wird bei der Fußball-WM als Experte für den britischen Fernsehsender BBC im Einsatz sein. Klinsmann soll nach Angaben des Senders in einem Studio in Moskau Spiele analysieren. Der 53-Jährige führte die Nationalmannschaft bei der Heim-WM 2006 auf den dritten Platz.

Autor
Laura Bisch