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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Ein Supermarkt in Rheinland-Pfalz und ein Bauhaus in Nordrhein-Westfalen haben eine Entscheidung getroffen: 2018 wurden dort keine Raketen und Böller verkauft. Obwohl Feuerwerk für viele zu Silvester dazugehört, gab es überall Lob für die beiden Läden.

Spenden statt Böller – das ist die Idee hinter der Aktion, die ein Supermarkt in Adenau am Nürburgring zum Ende des Jahres gestartet hatte. Auf Facebook hatten die Verantwortlichen gepostet: „Wir verzichten 2018 zugunsten der Natur und aus Rücksicht auf die Tiere auf Umsatz und verkaufen keine Feuerwerksartikel“.

Außerdem ruft der Supermarkt dazu auf, das Geld, das Menschen sonst für Feuerwerk ausgegeben hätten, in Tierfutter zu investieren. Das gekaufte Futter konnte dann in eine bereitgestellt Spendenbox gelegt werden, hieß es. Außerdem wollte der Markt 1.000 Euro an einen örtliche Tierschutzverband spenden.

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Auch ein Baumarkt macht mit

In Nordrhein-Westfalen gibt es eine ähnliche Aktion. Ein Baumarkt in Langenfeld verkaufte Ende vergangenen Jahres zum ersten Mal kein Silvesterfeuerwerk. „Auslöser waren die massiven Beschwerden von Katzen- und Hundebesitzern nach unseren Feuerwerk-Vorführungen in den letzten Jahren“ sagte der Marktleiter der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Und auch die Feinstaubdiskussion habe eine Rolle bei der Entscheidung gespielt, erklärte er weiter.

Anfangs habe die Aktion für Irritation gesorgt. „Einige Kunden, die hier Raketen kaufen wollten, waren kurz verärgert, aber haben es dann verstanden“, so der Marktleiter.

Viel Lob für die Idee

In den sozialen Netzwerken wurden die beiden Läden für ihre Idee gefeiert. Dort war von einer „tollen Aktion“ zu lesen, viele bezeichneten sie als „vorbildlich“. Und die Leute hoffen, dass sich andere Geschäfte ein Beispiel daran nehmen.

Mit der Anti-Feuerwerks-Aktion scheinen die Geschäfte einen Nerv getroffen zu haben. Laut einer Umfrage des Instituts Civey für die Funke-Mediengruppe befürworten zwei Drittel der Befragten ein Verbot von Feuerwerk in Innenstädten.

Belastung für Umwelt, Mensch und Tier
 Ein Mitarbeiter der Stadt Tübingen hängt ein Verbotsschild auf; Foto: dpa/picture-alliance

In Tübingen und anderen Städten dürfen keine Raketen abgeschossen werden.

dpa/picture-alliance

Über ein Feuerwerksverbot wird immer wieder diskutiert. Zuletzt hatte die Deutsche Umwelthilfe das gefordert und verwies dabei auf die hohe Feinstaubbelastung. Außerdem leiden Tiere zuhause oder in der Natur unter dem Krach, den das Zünden von Raketen und Böllern macht. Sie stehen in den Tagen rund um Silvester unter großem Stress.

Auch für viele Menschen ist die Zeit, in der es immer wieder unerwartet knallt, sehr belastend. Deshalb ist das Zünden von Feuerwerk in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern sowie Kindern- und Altenheimen verboten. Rund um Kirchen sowie Reet- und Fachwerkhäusern darf ebenfalls nicht geböllert werden. Das Abbrennen von Feuerwerk ist für Privatpersonen generell nur am 31. Dezember und am 1. Januar erlaubt.

Fachleute warnen vor Böllern ohne gesetzliches Prüfzeichen. Illegales Feuerwerk könne explodieren und zu schwersten Verletzungen führen.

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