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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Das beschleunigte Artensterben durch menschliche Eingriffe in die Natur macht auch vor Rheinland-Pfalz nicht Halt: Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums sind insgesamt 232 Tierarten vom Aussterben bedroht.

Langfristig könnten ganze Gruppen von Tier- und Pflanzenarten verschwinden – befürchtet das rheinland-pfälzische Umweltministerium. Betroffen seien rund acht Prozent der 2.897 Tierarten in den wichtigsten Artengruppen. Zum Vergleich: Insgesamt schätzt das Umweltministerium die Zahl der Tier- und Pflanzenarten in Rheinland-Pfalz auf rund 40.000.

Fledermaus, Zwergmaus, Dachs – sie alle sind betroffen

Dachs; Foto: picture alliance / Carsten Rehder/dpa

Auch er ist in Rheinland-Pfalz vom Aussterben bedroht: der Dachs.

picture alliance / Carsten Rehder/dpa

Gefährdet sind nach der Antwort des Ministeriums auf eine Landtagsanfrage aus der Grünen-Fraktion 44 Prozent der Säugetiere in Rheinland-Pfalz – darunter viele Fledermäuse wie die Große Hufeisennase, aber auch die Zwergmaus oder Dachs und Iltis. Weiter sind 48 Prozent der Bienenarten, 49 Prozent der Brutvögel, 53 Prozent der Laufkäfer, 61 Prozent der Großschmetterlinge, 65 Prozent der Amphibien und 90 Prozent der im Süßwasser lebenden Blattfußkrebse gefährdet. Zu den gefährdeten Vögeln gehören etwa Kiebitz und Steinkauz, aber auch die Feldlerche.

Bei den Pflanzen stelle sich die Situation ähnlich dar, meint die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Von rund 1.959 Arten sind 45 Prozent in Rheinland-Pfalz bedroht. Unter ihnen sind viele Pflanzen, die auf Magerwiesen oder in Feuchtgebieten wachsen.

Grünen-Politiker: „Wir müssen handeln“

Der Grünen-Abgeordnete Andreas Hartenfels, der die Anfrage gestellt hat, hat dazu aufgerufen, aktiver zu werden:

Die hohen Zahlen bedrohter Tiere und Pflanzen machen deutlich, dass wir als Gesellschaft endlich handeln müssen. Wir müssen noch viel mehr für die Artenvielfalt tun, auch im Kleinen – zum Beispiel können naturnahe Randstreifen entlang von Straßen, Äckern oder Gewässern wertvolle Lebensräume miteinander verbinden.

Andreas Hartenfels, RP-Grünen-Abgeordneter

Einzelne Artenschutzprogramme wie für den Kiebitz oder den Feldhamster reichten nicht aus.

Es ist zu befürchten, dass langfristig ganze Artengruppen verschwinden. Dies könnte wiederum zum Zusammenbruch von Ökosystemen mit unabsehbaren Folgen für die Menschheit führen. Der ökologische Fußabdruck des Menschen weltweit muss der ökologischen Kapazität des Planeten angepasst werden, um auch zukünftigen Generationen eine intakte Natur zu hinterlassen.

Antwort des RP-Umweltministeriums