Gibt es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen AfD-Wählern und allen anderen? Die Bertelsmann-Stiftung ist dieser Frage nachgegangen. Die Antwort hat so gut wie nichts mit rechts und links zu tun.

Das ist vermutlich das wichtigste der Ergebnisse einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Ausgang der Bundestagswahl. Die neue Konfliktlinie in Deutschland – und vermutlich auch in anderen Ländern – erscheint aber ähnlich einfach: Modernisierungsskeptiker gegen Modernisierungsbefürworter, heißt es heute.

Bei den „Alt-Parteien“ überwiegen die Optimisten

Wer von der Moderne eher Gutes erwartet, wählt vor allem die Parteien, die auch vor dem September 2017 im Bundestag waren. Unter den anderen haben sich ziemlich viele für die AfD entschieden. Den Autoren zufolge hat die AfD mit ihrem anti-modernistischen Ansatz sogar ein Alleinstellungsmerkmal.

Wohlgemerkt: Nicht alle AfD-Wähler gehören zu denen, die von der Zukunft und dem Wandel der Gesellschaft vor allem Schlechtes erwarten. Auf knapp zwei Drittel (65 Prozent) trifft dies aber zu: „Die AfD wurde ganz überwiegend von Menschen gewählt, die der sozialen und kulturellen Modernisierung zumindest skeptisch gegenüberstehen“, erklärt Studien-Autor Robert Vehrkamp.

Die gibt es natürlich auch bei den anderen Parteien. Allerdings mit einem deutlich geringeren Anteil. Dort überwiegen, anders gesagt, die Optimisten: Knapp 52 Prozent der Wähler von CDU/CSU, gut 56 Prozent der SPD-Wähler und 59 Prozent der FDP-Wähler. Bei den Linken stünden 62 Prozent und bei den Grünen 72 Prozent der Wähler der Modernisierung eher positiv gegenüber.

Den Konservativen laufen die bürgerlichen Wähler davon

Da sich aber das Phänomen des Kultur- und Zukunfts-Pessimismus' quer durch alle Bevölkerungsschichten zieht, gehen den Volksparteien immer mehr bürgerliche Wähler von der Fahne. Damit macht die AfD natürlicherweise vor allem der Union Konkurrenz.

So habe die rechtspopulistische Partei in diesem Milieu 20 Prozent der Wählerstimmen erhalten, was einem Zuwachs im Vergleich zu 2013 um 14,6 Prozentpunkte entspreche. Gleichzeitig büßten CDU/CSU hier 15 Prozentpunkte ein.