China ist ein absolut Eier-verrücktes Land. Es gibt sie gekocht, gebraten, geräuchert, süß, gesalzen und scharf. Einige Rezepte sind für uns allerdings gewöhnungsbedürftig ...

In China leben 1,3 Milliarden Legehennen, sagt Margoa Chien, der Vorsitzende des offiziellen Shanghaier Eierverbandes (ja, den gibt es wirklich). Rein statistisch gesehen kommt also auf jeden Chinesen eine Legehenne.

17 Kilo pro Jahr

Und die Hennen haben gut zu tun: Jeder Chinese isst pro Jahr durchschnittlich 17 Kilogramm Eier – egal ob weiß, braun, grün oder gelb, gelegt von Hühnern, Enten, Gänsen oder Wachteln.

Der Querschnitt eines weißen und eines fermentierten Eis; Foto: Imago

Es sieht aus wie eine Mischung aus grauer Made und Vulkanausbruch: Das tausendjährige Ei.

Imago

Das „Tausendjährige Ei“

Ein besonderes Eier-Highlight ist das legendäre „Tausendjährige Ei“, das roh mit einer Mischung aus Kalk, Pfeffer, Fenchel und Anis bedeckt wird. Am wichtigsten ist bei dieser Mischung der Kalk. Enteneier werden für 20 Tage fest mit der Mischung umhüllt, denn solange dauert die Verwandlung. Der chemische Prozess wird Fermentation genannt.

Schwarzglibberiggrünlich

Was am Ende rauskommt, sind schwarz-glibberige Eier mit einem grünlich schimmernden Dotter. Für die meisten europäischen Normal-Ei-Esser nicht wirklich appetitlich, aber ein Test lohnt sich, findet Shanghai-Korrespondent Steffen Wurzel. Der Geschmack der tausendjährigen Eier sei am ehesten mit „interessant“ zu beschreiben.

Eier werden nach Gewicht verkauft

Die chinesische Statistik zeigt übrigens noch etwas anders, nämlich, dass man in China Eier nicht nach Stück zählt, stattdessen geht es immer nur nach Gewicht. Im Tante Emma Laden um die Ecke kauft man also zum Beispiel keine acht Eier, sondern 500 Gramm Eier, die dann in eine Tüte kommen und abgewogen werden.