Seit dem Osterwochenende schwimmt ein riesiger Eisberg vor der Küste der kanadischen Insel Neufundland. Eigentlich nichts Ungewöhnliches – allerdings kommen die Eisberge dieses Jahr früher als sonst.

Er ist das perfekte Fotomotiv und sieht von vorne, von der Seite und von oben beeindruckend aus: Der meterhohe Eisberg, der seit dem Wochenende zahlreiche Touristen in das neufundländische Städtchen Ferryland lockt. „Die Leute können nicht glauben, wie groß er ist“, zitiert die New York Times einen Anbieter von Ausflügen auf dem Meer. Und auch Ferrylands Bürgermeister bestätigt: „Es ist der größte Eisberg, den ich jemals in dieser Gegend gesehen habe.“

Kein Wunder also, dass Schaulustige mit ihren Handys und Fotoapparaten bewaffnet nach Ferryland strömen. Der Eisberg ist laut New York Times so groß wie ein fünfzehnstöckiges Haus – und das seien nur etwa zehn Prozent seiner Masse, die über der Wasseroberfläche schwimmen. Unterhalb des Meeresspiegels ist der Gigant noch viel, viel größer.

„Iceberg Alley“

Eisberge sind in dieser Gegend nichts Ungewöhnliches – immer wieder kommt es vor, dass sich Blöcke aus dem Eis in Grönland lösen und durch den Wind und die Strömung Richtung Süden transportiert werden. Deswegen wird dieser Bereich vor der Küste Neufundlands auch „Iceberg Alley“, also Eisberg-Gasse, genannt.

Schon mehr als 600 Eisberge

Normalerweise kommen bis April aber nur zwischen 60 und 80 Eisberge. In diesem Jahr wurden aber schon mehr als 600 gezählt. Das könnte zum einen an besonders starken Winden liegen, die die Eisberge beschleunigen. Zum anderen vermuten Experten, dass das Eis in Grönland wegen der Erderwärmung schneller schmilzt und sich deshalb mehr Eisblöcke ablösen als sonst.