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Seit Jahren beschäftigt Wissenschaftler ein Thema: Warum gibt es immer weniger Bienen? Die EU hat jetzt sogenannte Neonikotinoide untersuchen lassen. Sind sie schuld?

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA bestätigt in einer neuen Studie, dass Insektenmittel, die sogenannte Neonikotinoide enthalten, auch gefährlich für Bienen sind – was eigentlich nicht Sinn der Sache ist. Bekämpft werden sollen damit Blattläuse oder Käfer, die die Pflanzen zerstören. Tatsächlich nehmen aber auch Bienen und Hummeln Neonikotinoide auf – hauptsächlich über Rückstände auf Blüten oder in Pfützen. Das schlägt auf ihr Hirn, sie verlieren die Orientierung und sterben.

Einsatz ist schon eingeschränkt

Die EU-Kommission hat schon länger den Verdacht, dass das Insektengift auch für Bienen gefährlich ist. Seit 2013 dürfen Neonikotinoide deshalb schon jetzt nur eingeschränkt eingesetzt werden. So dürfen die Samen von ausgewählten Getreiden damit behandelt werden. Besonders giftige Insektizide dürfen nur noch in Gewächshäusern benutzt werden.

Werden „Neonics“ jetzt verboten?

Die EU-Mitgliedsstaaten sind jetzt unter Druck, die sogenannten „Neonics“ vielleicht sogar ganz zu verbieten. Eine Abstimmung darüber wurde im Dezember noch verschoben. Die neue Studie soll jetzt helfen, das Risiko vor der nächsten Abstimmung richtig einzuschätzen.

Bienensterben ist ein großes Problem

Forscher haben kürzlich festgestellt, dass der Bestand an Insekten in Deutschland in den letzten 30 Jahren um drei Viertel zurückgegangen ist. Bienen sind nicht nur durch Insektenmittel bedroht, auch die sogenannte Varroa-Milbe macht ihnen zu schaffen. Wissenschaftler haben allerdings schon eine Lösung gefunden, die Varroa-Milbe zu bekämpfen.

Und das sollte uns kümmern? Ja. Bienen sind zwar manchmal nervig – aber sie helfen der Natur. Sie liefern uns Honig und sorgen dafür, dass Pflanzen sich vermehren können. Kurz gesagt: Ohne Biene keine Pflanzen, kein Obst, kein Gemüse. Das ist eine Katastrophe für die Luft und für unsere Wirtschaft. Der geschäftsführende Landwirtschaftsminister Christian Schmidt geht davon aus, dass der Obst- und Gemüseanbau, aber auch Betriebe, die Raps und Sonnenblumen anpflanzen, besonders davon betroffen sind.

Autor
SWR3