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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Länger leben, länger arbeiten: Die steigende Lebenserwartung sorgt für Diskussionen, wenn es um die Rente geht. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat den Vorschlag der Bundesbank, das Rentenalter auf fast 70 Jahre anzuheben, jetzt kritisiert.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnt den Vorschlag ab, das Renteneintrittsalter schrittweise auf 69 Jahre und vier Monate zu erhöhen. Bereits die Rente mit 67 sei ein Fehler gewesen, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Neuen Osnabrücker Zeitung. Viele ältere Arbeitnehmer würden schon jetzt das gesetzliche Rentenalter nicht erreichen, weil sie vorher arbeitslos oder chronisch krank würden.

Bundesbank will Rentenalter anheben

Ganz anders bewertet der Arbeitgeberverband BDA den Vorstoß der Bundesbank. Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter sagte: „Die gewonnene Lebenserwartung muss auch zu einer längeren Erwerbsphase führen und darf nicht nur einen immer längeren Ruhestand bedeuten.“

Die Bundesbank hatte am Montag gefordert, dass Arbeitnehmer in naher Zukunft arbeiten, bis sie 69 Jahre und vier Monate alt sind. Das Rentenalter solle ab 2032 jedes Jahr um drei Wochen nach hinten verschoben werden. Das heißt: Wer ab dem Jahr 2001 geboren ist, den träfe das Maximum – sie alle dürften erst um das Jahr 2070 in Rente gehen.

Diskussion um Rentenalter

Die Bundesbank glaubt, dass nur so das Rentenniveau – ein statistischer Durchschnittswert, der das Verhältnis zwischen Rente und Lohn beschreibt – langfristig nicht zu stark absinkt. „Durch die demografische Entwicklung gerät die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung künftig unter erheblichen Druck“, steht in einem Bericht der Notenbank. Das liege unter anderem daran, weil ab Mitte der 2020er Jahre die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter kämen. So müssten junge Arbeitnehmer immer mehr Senioren finanzieren. 

Auch internationale Organisationen wie EU-Kommission, IWF und OECD hätten nahegelegt, „das Rentenalter mit steigender Lebenserwartung weiter anzuheben“, hieß es. Derzeit ist geplant, dass das gesetzliche Rentenalter bis zum Jahr 2031 von 65 auf 67 Jahre steigt.