Nachdem der US-amerikansiche Präsident Donald Trump am Donnerstag Länder wie Haiti, El Salvador und weitere afrikansiche Länder als „Dreckslöcher“ bezeichnet haben soll, fordern insgesamt 54 Länder jetzt eine Entschuldigung. Trump selber rudert zurück: So habe er das nie gesagt.

Bereits am Donnerstag machte der US-amerikansiche Präsident Schlagzeilen mit harten Äußerungen über Haiti und afrikanische Länder. Bei einem Gespräch im Weißen Haus hat er seiner Frustration über das Einwanderungsabkommen mit Haiti und anderen Entwicklungsländern freien Lauf gelassen: „Warum müssen wir so viele Menschen aus diesen Drecksloch-Ländern aufnehmen?“

Im Detail ging es um das DACA-Programm, welches Kinder illegaler Einwanderer in den USA unter Schutz stellt. Bereits im September hatte Trump klargestellt: Unter seiner Führung werde das Programm nicht verlängert. Bei der Besprechung im Weißen Haus hat er dann noch einmal deutliche Worte gewählt: „Warum brauchen wir mehr Haitianer? Werft sie raus“, war sein Lösungsansatz.

Afrika fordert Entschuldigung

Doch jetzt bekommt Trump ordentlich Gegenwind – und zwar von einem ganzen Kontinent 54 afrikanische Länder erwarten eine Entschuldigung von ihm. Schon zuvor hatten die Vereinten Nationen erklärt, dass Trumps Worte „offensichtlich rassistisch“ und „überaus erschütternd“ gewesen seien.

Der Präsident von El Salvador Salvador Sánchez Cerén; Foto: dpa/picture-alliance

Auch der Präsident von El Salvador Salvador Sánchez Cerén zeigte sich empört: „Die Äußerungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten treffen die Würde des salvadorianischen Volkes“, schrieb er auf Twitter.

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Jetzt erklärte die Afrikanische Union, bestehend aus 54 afrikanischen Ländern: Sie seien erschüttert über die „empörenden, rassistischen und fremdenfeindlichen“ Äußerungen des US-Präsidenten gewesen. Die Union zeigt sich besorgt über den Kurs, den die US-Regierung gegenüber Afrika und Menschen farbiger Herkunft anstrebe.

Nur Dementi

Eine offizielle Entschuldigung aus dem Weißen Haus gab es bisher nicht. Stattdessen erklärt sich der US-Präsident auf Twitter. Denn: So habe er das alles nicht gemeint. Zwar habe er strenge Worte gewählt, aber so eine harte Wortwahl (wie behauptet) habe er nicht an den Tag gelegt.


„Wunderbare Beziehung“ zu Haiti

Dass er zudem gefordert habe Haitianer aus dem Land zu schmeißen sei nur eine Behauptung der gegnerischen Parteien gewesen, die nicht der Wahrheit entsprechen würde, twitterte er weiter. Er habe eine wunderbare Beziehung zu Haiti, so der US-Präsident (auf Twitter).