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Tim Stobbe
Tim Stobbe, SWR3; Foto: SWR3
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Kaum ist die Strandsaison vorbei, hält der Herbst in Südeuropa mit Wolkenbrüchen Einzug. Auf Mallorca stehen viele Bürger vor dem Nichts, Sardinien kämpft gegen Hochwasser, an der Côte d'Azur werden Autos ins Meer gespült. Auch Deutsche sind unter den Opfern.

Bei dem schweren Unwetter auf Mallorca sind drei Deutsche ums Leben gekommen: Ein Ehepaar, dessen Leichen am Donnerstag entdeckt wurden, und ein Journalist aus Niedersachsen.

Die Zahl der Toten auf der Urlaubsinsel steigt damit auf zwölf. Auch in anderen südeuropäischen Regionen gab es verheerende Unwetter mit Starkregen und Toten.

Nach einem Sturzregen am Dienstagabend waren mehrere Orte an der Ostküste Mallorcas überschwemmt worden. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse und wurden teilweise komplett weggespült. Die Ortschaften Betlem und Colònia de Sant Pere seien weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete das Mallorca Magazin. Auch auf der italienischen Insel Sardinien und in Südfrankreich gab es ungewöhnlich heftigen Regen.

Briten und eine Holländerin unter den Opfern

Bei den anderen auf Mallorca geborgenen Toten handele es sich um sechs Männer und vier Frauen, so die Einsatzkräfte auf Twitter. Neben den Deutschen seien drei weitere Opfer Ausländer – ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin.

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Am schlimmsten betroffen war der Ort Sant Llorenç des Cardassar 60 Kilometer östlich von Palma. Innerhalb von nur zwei Stunden waren in der Region nach Angaben des Wetterdienstes mehr als 230 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel gefallen. Daraufhin trat ein Bach über die Ufer – die Wassermassen rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte.

Hochwasser auch auf Sardinien

Auto im Meer; Foto: dpa/picture alliance

Bei Sainte-Maxime in Südfrankreich wurden mehrere Autos ins Meer gespült, ein Mensch starb in seinem Wagen.

dpa/picture alliance

Auch Sardinien kämpfte am Donnerstag mit Hochwasser und heftigem Regen. Der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borrelli, rief die Bürger auf, sich keinen unnötigen Risiken auszusetzen. Besonders schlimm war die Situation rund um die Hauptstadt Cagliari. Schulen und öffentliche Einrichtungen blieben geschlossen. Eine Brücke stürzte ein. Die Straße war zuvor bereits gesperrt worden.

Autos ins Meer gespült

Betroffen war auch Südfrankreich, wo nach heftigem Regen mehrere Autos ins Mittelmeer gespült wurden. Ein Mensch wurde tot in seinem Wagen gefunden. Bei der Gemeinde Sainte-Maxime in der Nähe von Saint-Tropez an der Côte d'Azur seien fünf Autos von einem über die Ufer getretenen kleinen Fluss mitgerissen worden, sagte der örtliche Präfekt Jean-Luc Videlaine am Donnerstag dem Sender BFMTV.