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Seit heute dürfen Elektro-Scooter in Deutschland unterwegs sein, die entsprechende Verordnung tritt in Kraft. Losrollen werden sie aber erst im Juli. Welche Regeln für E-Scooter gelten, erfahrt ihr hier.

Bis man die E-Scooter aber tatsächlich im Straßenverkehr sieht, dürfte es noch ein oder zwei Wochen, bis Anfang Juli dauern. Denn es gibt zwar schon viele Roller zu kaufen, die Geräte sind aber noch nicht nach der neuen Elektrokleinstgeräte-Verordnung zugelassen.

Um diese Zulassung zu bekommen, müssen die Hersteller die Betriebserlaubnis für ihre Modelle beim Kraftfahrt-Bundesamt beantragen – und der Papierkram dauert eben seine Zeit. Die Zulassung gibt es, wenn die Roller die entsprechenden Regeln erfüllen.

Welche E-Scooter werden zugelassen?

Die Scooter dürfen zwischen sechs und 20 Kilometer pro Stunde fahren und müssen eine Lenk- oder Haltestange haben. Auch die Größe und das Gewicht sind genau festgelegt: So dürfen die Fahrzeuge 70 Zentimeter breit sein, 1,40 Meter hoch und 2 Meter lang. Das erlaubte Maximalgewicht beträgt 55 Kilo.

Ähnlich wie beim Fahrrad müssen die Roller mit einem Licht und einer „helltönenden“ Glocke ausgestattet sein. Scooter, die diese Voraussetzungen erfüllen, bekommen die Zulassung für den Straßenverkehr.

Die Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein und dürfen nur auf Radwegen fahren – oder auf der Straße, wenn es keinen Radstreifen gibt.

Sind E-Scooter eine echte Alternative zum Auto?

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) setzt darauf, dass die Scooter in Kombination mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine „echte zusätzliche Alternative zum Auto“ werden.

In Paris sind die E-Scooter bereits zugelassen. Die Hoffnung, dass sie die französische Hauptstadt vor dem Verkehrskollaps bewahren, hat sich nach einem Jahr aber nicht erfüllt. Ob die E-Scooter wirklich ein Mittel sind, um den Autoverkehr in Deutschland zu reduzieren und somit das Klima zu schützen, wird sich wohl erst noch zeigen.

Mit E-Scootern das Klima retten?

Die Hälfte der Deutschen glaubt einer Umfrage zufolge, dass E-Scooter ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sind. „Ein Roller hilft dem Klima nur, wenn dafür ein Auto stehen bleibt“, sagt SWR-Umweltredakteur Werner Eckert. In der Realität sei das eher selten zu erwarten. „Der E-Scooter macht Menschen, die bisher zu Fuß gehen oder Rad fahren, wohl eher die so genannte letzte Meile bequemer, also den Anschluss vom Bahnhof zum Arbeitsplatz.“

„Gegenrechnen müsste man auch noch den Aufwand für die Produktion von Gerät und Akkus“, sagt Werner Eckert. Die Hardware stamme fast ausschließlich aus China und bisher glänze die nicht durch lange Lebensdauer.

Etwas günstiger dürften sich die Scooter auf Schadstoffe in der Innenstadt auswirken, etwa auf Stickoxide und Feinstaub. Sofern sie dort in ein Verkehrskonzept zum Shoppen eingebunden werden, bei Park-and-ride-Systemen oder kombiniert mit dem öffentlichen Nahverkehr.