Autor
Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Der Deutschen Post droht Ärger wegen ihrer wöchentlichen Werbewurfsendung „Einkauf Aktuell“: Die Initiative „Letzte Werbung“ bereitet derzeit mehrere Klagen gegen den Konzern vor. Die Plastikverpackung der Sendung sei eine Umweltsünde, so die Initiative.

Für die Post ist es ein lukrativer Markt, aber für manchen Verbraucher unerwünschte Werbung und vor allem eine Umweltsünde: die eingeschweißte Werbebroschüre „Einkauf aktuell“, die der Post zufolge wöchentlich bis zu 20 Millionen Haushalte erreicht.

Die Sprecherin des Vereins sagt: Es haben sich „über 100 Betroffene bereit erklärt, gegen die Deutsche Post vor Gericht zu gehen, um ihr Recht auf Selbstbestimmung einzuklagen.“ Zuerst hatte die Welt am Sonntag darüber berichtet.

Klage vor BGH

Der Verein plant eine Unterlassungsklage einzureichen. Ziel sei ein Grundsatzentscheid des Bundesgerichtshofs (BGH), der „ein für alle Mal klärt, dass man gegen ungewollte, nicht-adressierte Werbung widersprechen kann“. Konkret geht es um die Frage, ob Postboten die Werbepost in den Briefkasten stecken dürfen, auch wenn die Bewohner dem Erhalt schriftlich widersprochen haben.

Die Initiative geht derzeit mit einem Aufruf zum Widerspruch gegen die Werbewurfsendung „Einkauf Aktuell“ vor. Sie kritisiert den anfallenden Plastik- und Papiermüll der Werbung. Der Welt am Sonntag zufolge soll die Post pro Jahr einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro damit erzielen.

Post: „Keine Werbung“-Aufkleber reicht

Die Post selbst erklärte auf Anfrage dazu, ein schriftlicher Widerspruch sei nicht notwendig, es genüge ein Aufkleber auf dem Briefkasten, um „Einkauf Aktuell“ nicht zu bekommen.

Außerdem sei es in einem „Massengeschäft wie der Briefzustellung nicht möglich, einzelne Empfänger über Namenslisten von der Zustellung bestimmter Sendungen oder Erzeugnisse auszunehmen“, speziell wenn es um unadressierte Sendungen gehe.

Die Plastikfolie sei mittlerweile deutlich dünner als früher und außerdem nötig, damit die Werbung „frei von Nässe und Schmutz im Briefkasten liegt“, erklärte die Post weiter. Sie widersprach zudem der Annahme, die meisten Haushalte wollten solche Werbesendungen nicht mehr. Das Gegenteil sei der Fall und durch Umfragen belegt.


Autor
Hans Liedtke
Autor
SWR3