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Wenn sich ein Flug deutlich verspätet, haben Fluggäste Anspruch auf Entschädigung. Nach einem Urteil des EuGH gilt das auch dann, wenn sich ein Anschlussflug außerhalb der EU verspätet, der von einer anderen Airline durchgeführt wurde.

Anzeigetafel; Foto: picture alliance/Michael Hanschke/dpa

Auf einer Anzeigetafel werden verspätete Flüge angezeigt

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Die Kläger hatten bei einer tschechischen Airline einen Flug von Prag nach Bangkok gebucht. In Abu Dhabi mussten sie umsteigen. Die zweite Teilstrecke übernahm die Fluggesellschaft Etihad. Dieser Flug verspätete sich um mehr als acht Stunden. Nach der EU-Fluggastrechteverordnung steht Fluggästen bei Verspätungen von mindestens drei Stunden eine Entschädigung zu. Diese machten die Kläger bei der tschechischen Airline geltend.

Doch die weigerte sich zu zahlen. Begründung: Der Anschlussflug sei von einer anderen Airline durchgeführt worden. Deshalb hafte sie für die Verspätung nicht. Doch der EuGH hat den Klägern Recht gegeben. Entscheidend aus Sicht der Richter: Die Kläger hatten die gesamte Flugreise bei der tschechischen Airline gebucht. Deshalb müsse sich diese die deutliche Verspätung beim Anschlussflug zurechnen lassen und den Flugreisenden eine Entschädigung zahlen. (Aktenzeichen: C-502/18)

Entschädigung auch bei Verspätungen außerhalb der EU

Bereits im vergangenen Jahr hatte der EuGH in einem ähnlich gelagerten Fall einer Deutschen eine Entschädigung zugebilligt. Sie hatte bei Royal Air Maroc einen Flug von Berlin nach Agadir in Marokko gebucht. In Casablanca musste sie umsteigen und einen Anschlussflug nehmen. Doch der gebuchte Anschlussflug wurde ihr verweigert. Ihr Sitzplatz sei anderweitig vergeben worden, hieß es. Der nächste Anschlussflug erfolgte mit vier Stunden Verspätung.

Royal Air Maroc verweigerte eine Entschädigung. Begründung: Der verspätete Anschlussflug habe außerhalb der EU stattgefunden. Die europäische Fluggastrechteverordnung gelte aber nicht in Marokko. Der EuGH ließ das nicht gelten: Der Abflug in Berlin und der Anschlussflug in Marokko seien wie ein und derselbe Flug anzusehen. Deshalb gelte die EU-Fluggastrechteverordnung, die Klägerin habe einen Anspruch auf Entschädigung. (Aktenzeichen: C-537/17)