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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic, SWR3; Foto: SWR
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Mesut Özil hat in Istanbul Amine Gülse geheiratet. In Deutschland zieht allerdings der Trauzeuge die Aufmerksamkeit auf sich: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Am Morgen nach der Hochzeit von Mesut Özil und Amine Gülse stehen nicht die Feierlichkeiten im Mittelpunkt der medialen Berichterstattung in Deutschland, sondern der Trauzeuge des Fußballprofis.

Auf Bildern und Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, wie Erdogan und seine Frau Emine bei der Trauung neben dem Hochzeitspaar stehen. Am Abend positionierten sich Sicherheitsleute vor einem Luxushotel in Istanbul. Erdogan selbst soll nur eine halbe Stunde bei der Hochzeit gewesen sein.

„Wie, Merkel macht das bei euch nicht?“

Dass Erdogan als Gast und sogar als Trauzeuge an der Hochzeit des Fußballers teilnimmt, sei gar nicht so ungewöhnlich, berichtet ARD-Korrespondentin Karin Senz aus Istanbul. In der Türkei komme es öfter vor, dass Politiker an Promi-Hochzeiten teilnehmen: „Man wird dann eher gefragt: Wie, Merkel macht das bei euch nicht?“

Die türkische Boulevardpresse sei auch – im Gegensatz zu den deutschen Medien – mehr an der 26-Jährigen Braut interessiert. Amine Gülse ist in Schweden geboren, im Jahr 2014 war das Topmodel „Miss Türkei“. Außerdem spielte sie in einer in der Türkei bekannten Fernsehserie mit.

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In den deutschen Medien ist es in der letzten Zeit ruhiger geworden um Özil. Der Fußballer spricht kaum noch mit Journalisten und nutzt stattdessen die sozialen Medien als Sprachrohr. Dort verkündete er auch vor der Hochzeit, dass er diese als Anlass für eine Spendenaktion für sozial benachteiligte Kinder nehmen wolle.

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Rücktritt nach umstrittenem Foto mit Erdogan

Bereits im Vorfeld wurde über die Teilnahme Erdogans an der Hochzeit spekuliert. Das Medieninteresse ist groß – vor allem wegen einem folgenreichen Foto, dass im Mai 2018 entstand: Gemeinsam mit Ilkay Gündogan posierte Özil mit Erdogan – und das in einer Zeit, in der das deutsch-türkische Verhältnis auf einem Tiefpunkt war.

Das Bild wurde zum Politikum und Özil nach dem Aus der Fußballnationalmannschaft nach der Weltmeisterschaft zum Buhmann der Nation. In Deutschland entflammte eine kontroverse Debatte über das Thema Integration und Rassismus. Der Fußballprofi aus dem Ruhrgebiet erklärt kurz darauf seinen Rücktritt aus dem DFB-Team.

Über Twitter teilte der 30-Jährige mit, er werde nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen, „so lange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit spüre“. Sogar Bundeskanzler Angela Merkel äußerte sich damals zum Rücktritt des Fußballers.


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Vanessa Valkovic
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