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Während andere noch ihre Sommerferien genießen, beginnt unter anderem in Rheinland-Pfalz schon wieder die Schule. Für 36.000 Schüler ist es sogar der erste Schultag – Auf ihre Eltern kommen ab jetzt enorme Kosten zu. Die Wirtschaft freut sich auf sicheren Umsatz.

Hefte, Blöcke, Stifte sowie Mäppchen, Pinsel und Tuschkasten schlagen erheblich zu Buche. Allein ein guter Ranzen kostet gerne 150 Euro. Dazu Schulbücher – nicht alle lassen sich kostenlos ausleihen – und Turnschuhe.

Über 20.000 Euro für ein Schulleben

Bild von einem Mädchen, dass ihre Schultüte zu vielen andere legt; Foto: picture alliance/Felix Kästle/dpa

Mit einer vollgepackten Schultüte starten Erstklässler in eine lange Zeit des Lernens.

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Für die Schultüte geben viele Eltern schon mal 50 Euro aus. Insgesamt kommen so für eine Grundausstattung um die 450 Euro zusammen. Und die Kosten steigen im Laufe der Ausbildung weiter. Je nach Entfernung zur Schule kommen dazu noch Fahrkarten, die Ausgaben für einen Schreibtisch, später ein Laptop und nicht zu vergessen die Klassenfahrten.

Schule ist unterm Strich teuer für die Eltern. Das Leibniz-Institut an der Universität Kiel zählte die Ausgaben zusammen und kam auf rund 1.000 Euro pro Jahr pro Kind. Ein Vergleichsportal ermittelte im Jahr 2017 die Gesamtkosten für ein Schulleben von der 1. bis zu 12. Klasse. Es kam auf rund 21.000 Euro im Schnitt in Deutschland. Rheinland-Pfalz lag mit mehr als 24.000 Euro noch drüber.

Tipp: Vorausschauend einkaufen

Sparen können die Eltern, wenn sie keine Neuwaren, sondern Gebrauchtes kaufen. Wer längere Zeit im Voraus planen kann, kauft ein Jahr vor der Schuleinführung. Denn direkt nach dem Schulstart sind die Hefte, Stifte und andere Produkte meist erheblich günstiger zu bekommen.

Die Schulbildung selbst ist kostenfrei – aber der Staat hat die Ausgaben für öffentliche Schulen, für Gebäude, Ausstattung und Lehrer. Der Bundesschnitt lag nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2016 bei 7.100 Euro pro Schüler, wobei hier Rheinland-Pfalz darunter lag und mit 6.500 Euro weniger Geld ausgab.

Wirtschaftsfaktor Bildung

Volkswirtschaftlich gesehen trägt die Bildung maßgeblich zur Bruttowertschöpfung bei und ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Nach den Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums von 2017 erwirtschafteten die unter dem Begriff Bildungswirtschaft zusammengefassten Akteure rund 133 Milliarden Euro. Das war ein Anteil von 4,6 Prozent an der Bruttowertschöpfung in Deutschland.