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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Vor dem Büro der AfD im sächsischen Döbeln hat es am Donnerstagabend eine Explosion gegeben. Die Polizei nahm drei Tatverdächtige fest, sie sind mittlerweile wieder entlassen worden.

Nach einer Explosion vor dem Bürgerbüro der AfD im sächsischen Döbeln wurden zunächst drei Tatverdächtige festgenommen. Die Männer im Alter von 20, 32, und 50 Jahren sind mittlerweile wieder freigelassen worden, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen mit.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Chemnitz hätten keine ausreichenden Haftgründe bestanden. Die Männer gelten jedoch weiterhin als tatverdächtig. Sie stammen nach Angaben des LKA aus der Region.

Politisch motivierter Angriff?

Die Ermittler gehen von einer politisch motivierten Tat aus. Was allerdings das genaue Motiv war, wird noch ermittelt. Es soll eine unbekannte Substanz hochgegangen sein, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Verletzt wurde niemand, doch an dem Haus, in dem sich das Büro befindet, und an einem benachbarten Gebäude wurden der Polizei zufolge Scheiben und Türen beschädigt.

Feuerwehr; Foto: dpa/picture alliance

Feuerwehrleute vor dem AfD-Büro in Döbeln

dpa/picture alliance

Auch Autos sollen etwas abbekommen haben. Außerdem habe Werbematerial gebrannt, sagte der Sprecher. Wie hoch der Sachschaden ist, steht noch nicht fest.

Sachsens Ministerpräsident fordert Aufklärung

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte am Freitag in Dresden, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssten. „Der Staat muss hier schnell und konsequent handeln“, forderte Kretschmer.

Auch Sachsens SPD-Chef Thorsten Dulig verurteilte die Tat. Er twitterte, für den Anschlag gebe es keine Legitimation. Gewalt gehöre nicht zu den Mitteln der Demokratie. Die AfD müsse politisch bekämpft werden und nicht mit Sprengkörpern, so Dulig.

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Angriffe auf AfD nehmen zu

In den vergangenen Wochen haben die Angriffe auf AfD-Büros in Sachsen zugenommen, teilte das LKA mit. Dabei habe es sich meist um Sachbeschädigungen gehandelt. Sprengstoff sei bislang nicht zum Einsatz gekommen.