Autor
Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Nach dem Absturz eines US-Kampfjets in der Nähe von Zemmer im Kreis Trier-Saarburg untersuchen Spezialisten, ob das Trinkwasser in der Region verseucht sein könnte.

Bei den Untersuchungen soll unter anderem geprüft werden, ob nach dem Absturz Treibstoffe wie Kerosin oder das giftige Hydrazin in Boden und Wasser gelangt sind. Erste Luftmessungen von der Feuerwehr hatten keine erhöhten Werte ergeben. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, heißt es in einer Pressemitteilung.

Maschine während eines Routine-Trainingsflugs abgestürzt

Der US-Kampfjet war am Dienstag vom Stützpunkt Spangdahlem gestartet und während eines Routine-Trainingsflugs abgestürzt. Das bestätigte eine Sprecherin des US-Flugplatzes. Seit Montag laufe dort ein dreitägiges Manöver. Auch der abgestürzte Jet habe daran teilgenommen.

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Der Pilot des Flugzeugs vom Typ F16 habe sich mit dem Schleudersitz retten können. Er ist im Krankenhaus. „Wir sind froh, dass es dem Piloten gut geht“, sagte Chief Master Sergeant Christopher Ostrom.

Größere Mengen Kerosin ausgelaufen

Ein Wrackteil des verunglückten US-Kampfjets bei Zemmer in der Eifel; Foto: SWR

Ein Wrackteil des verunglückten Kampfjets.

SWR

Der Jet stürzte nicht über bewohntem Gebiet, sondern über einem Waldstück ab. Das Flugzeug schlug laut Feuerwehr eine Schneise in den Wald, bevor es rund einen Kilometer später am Boden zum Stillstand kam. Der Wehrleiter von Trier-Land, Jürgen Cordie, berichtete, die F16 habe Baumwipfel regelrecht „abrasiert“. Außerdem seien größere Mengen Kerosin am Unglücksort ausgelaufen.

Airforce entschuldigt sich

Die ersten Notrufe waren am Dienstag gegen 15:15 Uhr eingegangen. Zuerst waren deutschen Feuerwehren an der Unglückstätte gewesen, später übernahmen die US-Amerikaner den Einsatz.

Die Airforce entschuldigte sich für den Absturz und bedankte sich bei den deutschen Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. Sie hätten gute Arbeit geleistet. Man habe seit Jahren eine gute Beziehung zu den deutschen Einsatzkräften und sie seien durch gemeinsame Übungen in der Lage, jede Situation zu meistern.

Polizei sperrt Absturzgebiet ab

Die Polizei hat die Anwohner aufgefordert, nicht an die Absturzstelle zu kommen. Autos und Lastwagen sollen den Bereich großräumig umfahren. Die Absturzstelle wird aber noch mindestens eine Woche abgesperrt bleiben.

Warum die Maschine abstürzte, ist unklar. „Es wird eine umfassende Untersuchung geben“, kündigte das US-Militär an. Der abgestürzte amerikanische Kampfjet vom Typ F 16 habe keine Waffen an Bord gehabt. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr.

Zweiter Flugzeugabsturz in wenigen Monaten

Zemmer liegt etwa zehn Kilometer südlich der US-Airbase Spangdahlem. Dort ist das 52. Jagdgeschwader stationiert: Es umfasst eine F16-Kampfjet-Staffel mit mindestens 24 Flugzeugen. Zur US-Base gehören rund 4.000 US-Soldaten.

Das ist schon der zweite Absturz eines Kampfjets in Deutschland in diesem Jahr. Erst im Juni waren in Mecklenburg-Vorpommern zwei Bundeswehr-Eurofighter in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt. Ein Pilot kam dabei ums Leben, der andere rettete sich per Schleudersitz.

Im April 2011 war schon einmal ein US-Militärjet vom Stützpunkt Spangdahlem abgestürzt. Damals handelte es sich um eine Maschine vom Typ A10. Der Pilot konnte sich auch hier retten.