Hat der russische Militärgeheimdienst versucht, die US-Präsidentschaftswahlen massiv zu manipulieren? Eine mutmaßliche US-Whistleblowerin soll vertrauliche Informationen des Geheimdienstes NSA weitergegeben haben – und wurde deshalb vom FBI festgenommen.

Das US-Justizministerium hat Klage gegen eine mutmaßliche Whistleblowerin eingereicht, die der Whistleblower-Website The Intercept vertrauliche Informationen des Geheimdienstes NSA zugespielt haben soll. Die Webseite wurde unter anderem in Zusammenhang mit Edward Snowden bekannt.

Beklagte soll NSA-Daten kopiert haben

Es handele sich dabei um eine 25-Jährige aus dem US-Staat Georgia – das teilte die Behörde am Montag mit. Aus bei Gericht eingereichten Unterlagen ging hervor, dass die Frau die Dokumente kopiert haben und an eine namentlich nicht genannte Nachrichtenorganisation weitergegeben haben soll.

Laut der Nachrichtenagentur AP seien die Daten als „top secret“ eingestuft worden. Aus einer ebenfalls bei Gericht eingereichten eidesstattlichen Erklärung eines FBI-Agenten geht außerdem hervor, dass die US-Regierung von dem Medium selbst darüber informiert worden sei, vertrauliche Informationen überreicht bekommen zu haben.

Das FBI habe anschließend ermittelt, dass die Beklagte eine von sechs Mitarbeitern gewesen sei, die Kopien anfertigten. Zudem habe sie auf ihrem Dienstcomputer in Kontakt mit dem Medium gestanden.

Anwalt der Angeklagten bestätigt die Festnahme nicht

Der Anwalt der Beklagten, Titus Thomas Nichols, wollte nicht bestätigen, ob die 25-Jährige angeklagt wurde, den NSA-Bericht an The Intercept weitergeleitet zu haben. Er wollte auch nicht die Regierungsbehörde nennen, in der die Beklagte arbeitet.

Meine Mandantin hat keine kriminelle Vorgeschichte, (...) sie ist eine sehr gute Person.“

Titus Thomas Nichols, Anwalt der Angeklagten

Hatte Russland mehr Einfluss auf die US-Wahl als gedacht?

The Intercept schrieb, die auf den 5. Mai datierten Dokumente anonym bekommen zu haben. Daraus gehe hervor, dass russische Hacker in den Tagen vor der US-Präsidentenwahl im vergangenen Jahr mindestens einen Zulieferer der US-Wahl-Software angriffen. Der Bericht deutet außerdem an, dass die russische Einflussnahme damit größer gewesen sein könnte als zuvor bekannt.

Laut der Tagesschau seien demnach nun auch Attacken auf Systeme der Wählerregistrierung belegt. Dafür hätten russische Hacker in den Tagen vor der US-Präsidentenwahl mindestens einen Zulieferer der US-Wahl-Software angegriffen.