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Til Schweiger hatte mächtig Ärger: Er veröffentlichte die Privatnachricht einer Frau inklusive ihres Namens auf Facebook. Es kam zum Streit vor Gericht – jetzt gab es ein Urteil.

Dass Til Schweiger auf Facebook immer mal wieder einen Klopper raushaut, kennen wir mittlerweile. Aber bei diesem Post war er so deutlich übers Ziel hinausgeschossen, dass sogar eine Unterlassungsklage gegen ihn verhandelt wurde.

Gericht: Der Post muss nicht weg

Til Schweiger muss den umstrittenen Post von seiner Facebook-Seite nicht löschen. Das hat das Landgericht Saarbrücken in seinem Urteil am Donnerstagvormittag entschieden. Der Vorsitzende Richter Martin Jung wies den Antrag auf einstweilige Verfügung einer 58-Jährigen aus dem Saarland ab. Die hatte verlangt, dass der Post, der ihren vollen Namen zeigte, gelöscht wird. Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit Schweigers Recht auf freie Meinungsäußerung.

Schweiger wollte raus aus Deutschland – oder etwa nicht?

Anlass für den Streit war die Anfrage der Facebook-Userin aus dem saarländischen Sulzbach. Petra U. hatte den Schauspieler in einer privaten Nachricht auf ein Versprechen hingewiesen, das er vor der Bundestagswahl im September gegeben haben soll. Angeblich habe Schweiger angekündigt, Deutschland verlassen zu wollen, sollte die AfD den Einzug ins Parlament schaffen. In einem späteren Post bestritt Schweiger, das so gesagt zu haben und bezeichnete die Aussage als „Fake News“.

„hey schnuffi...! date!? nur wir beide?!“

Es war aber nicht dieses Statement, ob gesagt oder nicht gesagt, das ihn vor Gericht brachte. Denn Schweiger reagierte auf die Anfrage von Petra U. auf die ihm eigene Art. Mit den Worten „hey schnuffi...! date!? nur wir beide?!“ bot er der Frau ein Date an. Dazu machte er noch einen Screenshot von der Konversation und lud diesen mit dem vollständigen Namen der Frau auf seiner Facebook-Seite hoch.

Screenshot von der durch Til Schweiger veröffentlichten Konversation; Foto: Quelle: Facebook/@TilSchweiger

Dieser Screenshot bringt Til Schweiger jede Menge Ärger ein.

Quelle: Facebook/@TilSchweiger

Das fand diese gar nicht lustig und stellte einen Antrag auf Unterlassung. „Sie sah sich danach Mobbing und auch manchen Bedrohungen ausgesetzt“, sagte ihr Anwalt Arnold Heim. Das Ziel war das Löschen des Posts.

Das „Date“ fiel aus – eine Entscheidung zunächst ebenfalls

Eigentlich hatte die Strafkammer in Saarbrücken angeordnet, dass sowohl die Frau als auch Schweiger vor Gericht erscheinen müssen, um den Zoff auszuräumen – eine in Zivilprozessen gängige Vorgehensweise.

Dann die Überraschung: Schweiger wollte nicht persönlich vor Gericht erscheinen, sondern sich durch seine Anwälte vertreten lassen. Für den Richter war das in Ordnung, ein mögliches Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 1.000 Euro verhängte er nicht. Das versprochene „Date“ fiel also aus.

Aber auch eine Entscheidung blieb zunächst aus, denn beide Seiten konnten sich beim ersten Termin nicht gütlich einigen. Auch weitere Gespräche zwischen den Anwälten brachten nichts, der Schauspieler wollte die Entscheidung durch ein Gericht. So ging die ganze Sache an das Landgericht Saarbrücken, das jetzt urteilte und den Streit damit vorerst beendete.