Da ist Til Schweiger wohl zu weit gegangen: Er veröffentlichte die Privatnachricht einer Frau inklusive ihres vollen Namens auf Facebook. Diesen Freitag sollten sich die beiden eigentlich vor Gericht treffen.

Dass Til Schweiger auf Facebook immer mal wieder einen Klopper raushaut, kennen wir mittlerweile. Aber bei diesem Post ist er so deutlich übers Ziel hinausgeschossen, dass an diesem Freitag sogar eine Unterlassungsklage gegen ihn verhandelt wurde.

Schweiger wollte raus aus Deutschland – oder etwa nicht?

Anlass ist die Anfrage einer Facebook-Userin aus dem saarländischen Sulzbach. Petra U. hatte den Schauspieler in einer privaten Nachricht auf ein Versprechen hingewiesen, dass er vor der Bundestagswahl im September gegeben haben soll. Angeblich habe Schweiger angekündigt, Deutschland verlassen zu wollen, sollte die AfD den Einzug ins Parlament schaffen. In einem späteren Post bestritt Schweiger, das so gesagt zu haben und bezeichnete die Aussage als „Fake News“.

Dieses Statement, ob gesagt oder nicht gesagt, brachte ihn aber nicht vor Gericht. Petra U. hatte Schweiger nach der Wahl an sein Versprechen erinnert: „Sie wollten Deutschland verlassen. Warum lösen Sie ihr Versprechen nicht endlich ein. Ihr Demokratieverständnis und ihr Wortschatz widern mich an. MFG“

„hey schnuffi...! date!? nur wir beide?!“

Schweiger reagierte auf seine ihm eigene Art. Mit den Worten „hey schnuffi...! date!? nur wir beide?!“ bot er der Frau ein Date an. Dazu machte er noch einen Screenshot von der Konversation und lud diesen mit dem vollständigen Namen der Frau auf seiner Facebook-Seite hoch.

Screenshot von der durch Til Schweiger veröffentlichten Konversation; Foto: Quelle: Facebook/@TilSchweiger

Dieser Screenshot bringt Til Schweiger jede Menge Ärger ein.

Quelle: Facebook/@TilSchweiger

Das fand diese gar nicht lustig und stellte einen Antrag auf Unterlassung. Laut Gerichtssprecher sehe die Klägerin ihr Persönlichkeitsrecht verletzt, da ihre persönliche Nachricht öffentlich gemacht worden sei. „Sie sah sich danach Mobbing und auch manchen Bedrohungen ausgesetzt“, sagte ihr Anwalt Arnold Heim. Das Ziel sei das Löschen des Facebook-Eintrags.

Das „Date“ fiel aus – eine Entscheidung ebenfalls

Eigentlich hatte die Strafkammer in Saarbrücken angeordnet, dass sowohl die Frau als auch Schweiger zu dem Termin erscheinen müssen, um den Zoff auszuräumen – eine in Zivilprozessen gängige Vorgehensweise.

Am Donnerstagabend dann die Überraschung: Schweiger werde nicht persönlich vor Gericht erscheinen, sondern sich durch seine Anwälte vertreten lassen, kündigte ein Gerichtssprecher an. Und tatsächlich war von dem Schauspieler im Landgericht nichts zu sehen. Für den Vorsitzenden Richter Martin Jung war das jedoch in Ordnung, ein mögliches Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 1.000 Euro verhängte er nicht.

Aber auch eine Entscheidung blieb aus, denn beide Seiten konnten sich nicht gütlich einigen. Weitere Gespräche dazu sollen in den nächsten Tagen zwischen den Anwälten stattfinden. Kommt auch dabei keine Einigung raus, muss das Gericht am 23. November noch einmal ran und eine Entscheidung fällen.

Das einzige, was also bislang feststeht: Das „Date“ zwischen Schauspieler und Facebook-Nutzerin ist wohl endgültig gestorben.


Was droht mir, wenn ich eine private Facebook-Nachricht veröffentliche?

Wenn ich eine private Facebook-Nachricht veröffentliche, verletzt das das Persönlichkeitsrecht des anderen. Das heißt: Derjenige, der eine Nachricht verschickt, hat die alleinige Befugnis zu entscheiden, ob sie veröffentlicht werden darf oder nicht. Wenn ich mich nicht daran halte und die Nachricht trotzdem veröffentliche, kann mich der Betroffene auf Unterlassung verklagen. Er wird dann auch recht bekommen. Und das wird dann schnell ziemlich teuer. Neben den Kosten für die Anwälte und fürs Gericht wird mir dann ein Ordnungsgeld angedroht. Da können schnell einige tausend Euro zusammenkommen. Wiederholungstäter müssen sogar mit Ordnungshaft rechnen.