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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Bayern zieht Konsequenzen aus Berichten über Misshandlungen bei Tiertransporten in Nicht-EU-Länder. Der Freistaat könnte damit Vorreiter für ein bundesweit einheitliches Verbot werden.

Immer mehr Tiere werden in andere Länder transportiert, um dort geschlachtet zu werden. Während der stundenlangen Transporte sind die Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht. Laut EU-Recht dürfen sie bis zu 29 Stunden ohne Pause unterwegs sein.

Bild von Schweinen auf einem Tiertransport; Foto: dpa/picture-alliance

Vier Millionen Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen werden nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes jedes Jahr von der EU in Drittländer transportiert.

dpa/picture-alliance

Immer wieder gab es Berichte von Misshandlungen und Verstößen gegen das Tierschutzrecht – vor allem bei Transporten in Nicht-EU-Länder. Dort würden die Tiere dann meist grausam getötet, berichtet der Deutsche Tierschutzbund.

Bayern will bundesweite Lösung

Jetzt reagiert Bayern: Tiertransporte in 17 Nicht-EU-Staaten wurden verboten. Das teilte das bayerische Umweltministerium mit. Die Begründung: Tierschutzstandards werden nicht eingehalten. Vom Export-Verbot betroffen sind folgende Länder: Ägypten, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Irak, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Libanon, Libyen, Marokko, Syrien, Tadschikistan, Türkei, Tunesien, Turkmenistan, Usbekistan.

Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hofft, dass sich andere Bundesländer dem Verbot anschließen. Tierschutz ende nicht an Landesgrenzen, sagte er. „Zusammen mit dem Bund werden wir klären, ob in diese Drittstaaten überhaupt noch Tiertransporte stattfinden sollen“, kündigte der Minister an.

Export-Stopp auch in Schleswig-Holstein

Im Februar verhängte bereits Schleswig-Holstein aus den gleichen Gründen einen vorläufigen Export-Stopp von Rindern in 14 Nicht-EU-Staaten.

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