Autor
Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Mindestens 17 Menschen sind bisher bei den Buschbränden in Australien getötet worden. Bei der Beerdigung eines Feuerwehrmanns wurde nun seinem kleinen Sohn eine Tapferkeitsmedaille übergeben.

Geoffrey Keaton war am 19. Dezember zusammen mit einem Kollegen auf dem Weg zu einem Brand im Südwesten der Stadt Sydney. Dann passierte es: Das Feuerwehrauto fuhr gegen einen Baum, beide Männer kamen ums Leben.

Auszeichnung für Mut des Feuerwehrmannes

Bei der Trauerfeier für Keaton wurde ihm posthum eine Auszeichnung für seinen Mut und seinen Dienst als freiwilliger Feuerwehrmann verliehen. In Empfang nahm die Tapferkeitsmedaille sein kleiner Sohn Harvey. Es sind Bilder, die zu Tränen rühren: Der 19 Monate alte Junge trug eine Uniform und hatte seinen Schnuller dabei, als ihm der Orden von Feuerwehr-Kommissar Shane Fitzsimmons angesteckt wurde.

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Der australische Premierminister Scott Morrison nahm ebenfalls an der Beerdigung teil. Er sagte, er sei dort, um „an das Leben und den Dienst von Geoffrey Keaton zu erinnern und ihm zu danken“.

Premier Morrison beschimpft und ausgebuht

Der Politiker gerät wegen der Buschfeuer immer weiter unter Druck. Bei einem Besuch in dem Ort Cobargo wurde er unter anderem von Anwohnern als Idiot beschimpft. Außerdem wurde er ausgebuht. In dem Ort Quaama weigerten sich Mitglieder der Feuerwehr, ihm die Hand zu schütteln.

In einem Radiointerview zeigte sich Morrison verständnisvoll. Die Leuten seien wütend und aufgekratzt. Ganz egal, ob sie auf ihn wütend seien oder auf die Situation – es sei sein Job, für sie da zu sein und Trost und Unterstützung zu spenden, sagte er.

Marrison steht schon länger in der Kritik, weil er mit seiner Familie im Dezember Urlaub in Hawaii gemacht hatte. Er kehrte erst zurück, als er öffentlich dazu aufgefordert wurde.

Brandgefahr steigt weiter an

Für das Wochenende wird im Osten Australiens eine neue Hitzewelle erwartet, was die ohnehin brenzlige Lage in den Buschbrandgebieten verschärfen könnte. Das Wetteramt rechnet außerdem mit starkem Wind, der die Brände möglicherweise weiter anfacht.

Wegen der Brände mussten bereits Tausende Menschen gefährdete Küstengebiete verlassen. Am Freitag eskortierte die Feuerwehr große Gruppen aus den Risikozonen im Bundesstaat New South Wales.

Im benachbarten Victoria rief der Regierungschef Daniel Andrews für weite Teile des Osten des Staates den Notstand aus. Damit können die Behörden die Räumung eines Gebiets mit bis zu 140.000 Anwohnern und Zehntausenden Touristen anordnen.

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