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Der „Joker“ aus den Batman-Filmen bekommt ein eigenes Spin-Off. Der Film mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle hat bereits hervorragende Kritiken bekommen, der Schauspieler wird als Oscar-Kandidat gehandelt. Und dann wären da noch die Sicherheitsbedenken.

Dass der „Joker“ keine lustige Figur ist, das wissen Comic- und vor allem „Batman“-Fans schon lange. Der Joker, das ist ein brutaler, exzentrischer Antagonist im Universum der DC-Comics.

Ein Mann mit Depressionen und Hang zu Gewalt

Die Verfilmung von Todd Phillips beleuchtet nun den Hintergrund des psychopatischen Verbrechers. „Meine Mutter sagte immer, ich soll lächeln und ein Grinsen aufsetzen. Sie hat gesagt, ich hätte eine Bestimmung: Lachen und Freude in die Welt zu bringen“, sagt der Joker im Film.

Ein Ausschnitt aus dem Film „Joker“; Foto: picture alliance/Niko Tavernise/Warner Bros. Entertainment/dpa

Ein Ausschnitt aus dem Film „Joker“

picture alliance/Niko Tavernise/Warner Bros. Entertainment/dpa

Der Joker ist demnach ein unter Depressionen leidender Mann namens Arthur, der von der Gesellschaft nicht akzeptiert wird und der, als Reaktion darauf, zu extremer Gewalt greift. Joaquin Phoenix stellt dieses Mal den Joker im gleichnamigen Film dar. Er tritt in große Fußstapfen, denn bereits die Version, die der gestorbene Schauspieler Heath Ledger 2008 ablieferte, galt als nahezu genial.

Dass Ledger kurz nach den Dreharbeiten starb, verlieh dem Joker scheinbar eine noch größere Tiefe und verpasste der Figur eine Art dunkle Aura. Phoenix soll dies aber noch überbieten. Ein Oscar scheint ihm fast sicher, glauben einige euphorische Kritiker. Doch der Joker fasziniert offensichtlich nicht nur, er verängstigt und verärgert auch.

Bild' ich mir das nur ein, oder wird die Welt immer verrückter?

Joaquin Pheonix im Joker

Der Joker ein Vorbild für psychisch Kranke?

Medienmagazine wie Vulture oder Slate gaben zu bedenken, dass Menschen, die tatsächlich psychopathische Züge hätten und potentielle Gefährder darstellten, sich durch die Fokussierung auf den Bösewicht angespornt fühlen könnten.

Das linksliberale Magazin Mother Jones warnte, dass die Menschen offenbar die Schießerei im Ort Aurora im Bundesstaat Colorado vergessen hätten. Damals hatte während der Premiere des Films Batman – The Dark Knight Rises ein Amoklauf stattgefunden, zwölf Menschen starben.

Polizei will vor Kinos in Los Angeles stehen

Die Polizei nimmt diese Besorgnis offenbar ernst. Vor dem Kinostart des Films Joker hat die Polizei in Los Angeles angekündigt, ihre Präsenz rund um die Filmtheater der Stadt zu erhöhen. In einem Statement hieß es, es gebe zwar keine konkreten Drohungen, die Polizei werde jedoch mit hoher Sichtbarkeit vor den Kinos vertreten sein.

Auch das US-Militär sei sensibilisiert und gehe besonders ernsthaft mit Terror-Warnungen um. Zudem haben einige Kinos angekündigt Kostüme, Masken und Gesichtsfarbe während der Joker-Vorstellungen zu verbieten.

Der Joker hatte damals bei der Schießerei 2008 keine Rolle gespielt. Batman-Bösewicht war zu der Zeit Bane. Der Schütze jedoch hatte bei den Gerichtsverhandlungen gefärbte Haare gehabt, die offenbar an den Joker erinnern sollten.

Strengere Regeln für Medien bei Joker-Vorführungen

Ist das nun alles Panik-Mache oder eine gerechtfertigte Maßnahme? Zumindest haben die Filmemacher reagiert und den Zugang bei der Premiere für Journalistinnen und Journalisten nach den kritischen Tönen begrenzt.

Es sollen wohl nur noch Fotografinnen und Fotografen Zugang zu den Filmemachern und den Schauspielern haben. Der „Joker“ startet in Deutschland kommende Woche, am 10. Oktober.