Autor
Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

An mehreren deutschen Flughäfen mussten am Sonntag Verbindungen der Lufthansa-Gesellschaften gestrichen werden. Die Gewerkschaft Ufo hatte bis Mitternacht zu einem Streik der Flugbegleiter aufgerufen.

Der Streik der Flugbegleiter der Lufthansa-Töchter hat dazu geführt, dass rund 100 Flüge ausfielen. Das zeigt eine Auswertung der Flugpläne. Ein Erfolg, findet die Gewerkschaft Ufo, die für das Kabinenpersonal mehr Geld und bessere Arbeitszeiten fordert.

Vor allem in Stuttgart, Köln, München und Berlin sind mehrere tausend Fluggäste von dem Warnstreik betroffen gewesen. Der Gewerkschaft zufolge hatten Flugbegleiter der Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, Cityline und SunExpress die Arbeit niedergelegt.

Airlines locken Personal mit Streikbrecher-Prämie

Die Airlines hatten am Samstag noch angekündigt, dass möglichst alle Flüge wie geplant starten sollen. Nach der Ausweitung des Streiks auf den ganzen Sonntag, kam es dann doch zu mehreren Dutzend Ausfällen.

Die Fluggesellschaften hätten im Laufe des Tages versucht, Mitarbeiter mit 200 Euro Streikbrecher-Prämie für zusätzliche Dienste zu locken, erklärte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies.

So sah es bis zum Mittag an den Flughäfen aus

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main seien am Vormittag vor allem bei Cityline „vereinzelt Flüge annulliert worden“, sagte Lufthansa-Sprecher Jörg Waber. Genaue Zahlen nannte er nicht.

In Stuttgart seien zunächst sieben Abflüge und sieben Ankünfte gestrichen worden, sagte ein Sprecherin des Flughafens. Insgesamt sind demnach 50 Flüge von Eurowings für den gesamten Tag geplant. In Karlsruhe/Baden-Baden waren laut Webseite bis zum Sonntagmittag eine Ankunft und ein Abflug betroffen.

Auch an anderen deutschen Flughäfen fielen einzelne Flüge aus. Eine genaue Zahl konnte Lufthansa zunächst nicht nennen.

Darum gibt es Streit zwischen Ufo und der Lufthansa

Ufo fordert von der Lufthansa 1,8 Prozent mehr Lohn für Flugbegleiter. Es gibt aber noch einen anderen Streitgrund: Die Fluggesellschaft sieht in der Gewerkschaft keinen berechtigten Verhandlungspartner.

Lufthansa erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tarif-Fähigkeit absprechen lassen.

Autor
Mario Demuth
Autor
SWR3