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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Der neue Präsident der Bundesärztekammer fordert unter bestimmten Umständen eine finanzielle Selbstbeteiligung von Patienten. Die Idee: Patienten sollen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Arzt erzogen werden.

Bei mehrfachen und völlig unnötigen Arztbesuchen könne eine finanzielle Selbstbeteiligung zu einem verantwortungsvolleren Umgang beitragen, erklärte Ärzte-Präsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

 Klaus Reinhardt, Präsident der Budnesärztekammer; Foto: picture alliance/Guido Kirchner/dpa

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer

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Es gehe vor allem um eine bessere Steuerung der Patienten. „Davon profitieren am Ende alle“, so Reinhardt.

Erster Arztbesuch soll immer kostenlos bleiben

Dem Plan nach soll der erste Besuch beim Arzt immer und für alle kostenlos bleiben. „Aber man muss genauer hinsehen, wer wann und weshalb zum Arzt geht.“

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Interview SWR-Berlin-Korrespondent Christopher Jähnert auf die Frage: Was sind UNNÖTIGE Besuche?

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Andere Länder als Vorbild

Nicht jeder Besuch sei notwendig und sinnvoll. Mit kleinen Geldbeträgen könnte sich laut Reinhardt das Verhalten der Patienten verändern – das würden Erfahrungen aus anderen Ländern, in denen es eine ähnliche Selbstbeteiligung bereits gibt, zeigen.

Die Patienten müssen lernen, verantwortungsvoll mit der Ressource Arzt umzugehen. Wer das nicht tut, verbaut den Menschen, die ernsthaft erkrankt sind, den Weg zu ärztlicher Hilfe.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer

Kritik an Spahns Terminservicegesetz

Skeptisch beurteilt Reinhardt das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) initiierte Terminservice- und Versorgungsgesetz. „Die neuen gesetzlichen Regelungen werden auf jeden Fall kurzfristig für Entspannung bei der Terminsituation sorgen“, sagte Reinhardt der Welt. Aber: „Langfristig wird das Gesetz die Situation nicht verbessern.“

Er erwartet sogar eine Verschlechterung. Grund sei, dass die Ärzte bereits jetzt am Limit arbeiteten.

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