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Kerstin Welter
Kerstin Welter; Foto: Kerstin Welter
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Ist die Generation von morgen heute zu sorglos? Ja, zumindest wenn es um Lebensmittel geht, hat eine Forsa-Umfrage ergeben. Demnach landet bei Jugendlichen besonders oft Essen im Müll.

Auffälligstes Ergebnis der repräsentativen Forsa-Umfrage, die die Zeitung Welt am Sonntag zitiert: Die 14- bis 19-jährigen in Deutschland werfen öfter Lebensmittel in den Müll als die älteren Befragten. 14 Prozent der Jugendlichen gaben demnach zu „mehrmals in der Woche“ Essbares wie Obst und Gemüse oder Milch- und Fleischprodukte zu entsorgen, rund jeder Dritte Jugendliche tut das laut Umfrage „einmal in der Woche“.

Und auch die Befragten, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, lassen öfter was aus dem Kühlschrank in den Müll wandern als die nächsten Altersgruppen: 11 Prozent mehrmals wöchentlich und 23 Prozent einmal pro Woche. Und das, obwohl die Bundesregierung erreichen will, dass sich die Lebensmittelabfälle von Einzelhandel und Verbrauchern in den kommenden zehn Jahren halbieren.

Je jünger, desto öfter werden Lebensmittel weggeworfen

Am geringsten ist die Lebensmittelverschwendung übrigens laut der aktuellen Umfrage bei den über 60-jährigen – von denen haben nur zwei Prozent zugegeben, immer wieder in der Woche Essen wegzuwerfen. Insgesamt hat das Umfrageinstitut Forsa 1230 Menschen befragt, von denen ein gutes Drittel unter 30 war. Im Bericht der Welt am Sonntag wird das als Widerspruch zu den Zielen der „Fridays for Future“-Bewegung gesehen, in der sich Jugendliche weltweit für mehr Umweltschutz und eine Einbremsung des Klimawandels engagieren. Aber: In der Produktion von Lebensmitteln steckt viel klimaschädliches Potential, denn unter anderem durch Boden-Düngung, Tierhaltung, Transportwege und Haltbarmachung fallen viele klimaschädliche Gase an. Und die rauben der Erde letztlich wieder Lebenszeit.

Greenpeace: Ein Drittel der Treibhausgase aus Lebensmittelproduktion

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace weisen immer wieder darauf hin: Was wir essen und wie bewusst wir auf den Verbrauch von Lebensmitteln achten, kann dem Klima helfen. Denn allein in Deutschland landen pro Jahr 11 Millionen Lebensmittel im Müll. Und dabei sind die Verluste, die bei der Ernte und Lagerung entstehen, noch nicht eingerechnet. Daher gibt es mittlerweile immer mehr Initiativen und Plattformen, auf denen man Ideen bekommen kann, wie die Verschwendung zu vermeiden ist. Nur kaufen, was man auch wirklich verbraucht, zum Beispiel. Besser Bescheid wissen, was das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet. Oder auch mal Gerichte aus vermeintlichen „Abfällen“ ausprobieren – Rezepte für kreative Resteverwertung, die sich dann sogar instagrammen lässt, finden sich viele im Netz.

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SWR3