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Die hawaiianische Mönchsrobbe hat ein Problem. Beziehungsweise eines mehr: Sie ist nicht nur generell eine gefährdete Tierart – Forscher finden sie auch immer wieder mit einem Aal tief in ihrer Nase.

Der hawaiianischen Mönchsrobbe drohen viele Gefahren: Fischernetze, Krankheiten, eingeschränkter Lebensraum. Doch offenbar stehen die Tiere vor einer neuen Herausforderung – Aale in der Nase. In den vergangenen Monaten haben Forscher von der National Ocean and Atmospheric Administratin (Noaa), die die bedrohten Tiere beobachten, immer wieder Mönchsrobben mit einem Aal tief in ihrer Nase gefunden.

„Wir haben keine Ahnung warum“

„Wir beobachten die Mönchsrobben seit vier Jahrzehnten und in all dieser Zeit ist sowas bislang nicht passiert“, sagt Charles Littnan, leitender Wissenschaftler des Programms, dem britischen Guardian. „Nun ist das drei oder vier Mal passiert und wir haben keine Ahnung warum.“

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„Sie stecken richtig fest, also muss man die Robbe festhalten und kräftig am Aal ziehen“, erklärt Littnan. „Einer steckte so weit drin, es war wie beim Taschentuchtrick eines Magiers, wir zogen und zogen.“

Für die Mönchsrobben können die Aale in der Nase ein ernstes Problem werden. Es könnte sich entzünden oder ihre Tauchfähigkeit beeinträchtigen. Denn normalerweise verschließen sie beim Tauchen und Jagen ihre Nasenlöcher. „Ein verrottender Fisch in der Nase wird dabei Probleme machen“, sagt Littnan.

Bei allen Robben mit Aal in der Nase konnten die Wissenschaftler den Fisch entfernen – allesamt bei Jungtieren. Doch das Warum bleibt ihnen ein Rätsel.

Hochgewürgt oder falsch geflüchtet?

Eine Möglichkeit sei, dass die Robben ihre Nahrung oft wieder hochwürgen. Dabei könnte so ein Aal in die Nase geraten. Möglich sei ebenso, dass die Aale in Panik bei der Flucht vor dem Raubtier in der Nase landen, wenn die Robben sie zwischen den Steinen am Meeresgrund aufscheuchen.

„Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass es eine dieser Kuriositäten ist“, sagt Littnan. „Wenn man die Natur lange genug beobachtet, entdeckt man merkwürdige Dinge.“

Autor
Tim Stobbe
Autor
SWR3