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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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In Frankreich wird vor Kokain-Päckchen gewarnt, die an Strände der Atlantikküste gespült werden. Mittlerweile wurde schon rund eine Tonne der Droge gefunden. Das gibt der Polizei viele Rätsel auf.

Seit Wochen werden an der Atlantikküste immer wieder Drogen-Päckchen gefunden. Laut Polizei handelt es sich um Pakete, die so groß sind wie ein Schuhkarton. Darin sei meist Kokain mit einem sehr hohen Reinheitsgrad von 83 Prozent.

Mehr als eine Tonne Kokain gefunden

Nach Angaben der Polizei wurden Funde von Nantes bis nach Biarritz gemeldet. Damit erstreckt sich das Fundgebiet auf eine Länge von mehr als 500 Kilometern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden bisher Drogen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 1.000 Kilo gefunden. Die ersten Päckchen seien bereits Mitte Oktober angespült worden.

Die Polizei warnt vor den Drogen-Päckchen. Sie seien extrem gefährlich, hieß es. Und weiter: Das Kokain dürfe auf keinen Fall konsumiert werden, da es aufgrund des hohen Reinheitsgrads leicht zu einer tödlichen Überdosis kommen könne.

Strände gesperrt, Hubschrauber im Einsatz

Mittlerweile wurden viele Strände für Besucher gesperrt. An dem 125 Kilometer langen Strandabschnitt zwischen Cap Ferret und Soulac-sur-Mer ist ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Auch am Boden wird regemäßig patrouilliert. Spaziergängerinnen und Spaziergänger müssen mit Durchsuchungen rechnen.

„Petri High“ - Koks als Strandgut an französischen Atlantikstränden; Foto: SWR3.de

Nachrichten „Petri High“ - Koks als Strandgut an französischen Atlantikstränden

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Am Montag wurde am Strand von Lacanau in der Nähe von Bordeaux ein 17-Jähriger mit fünf Kilogramm Kokain festgenommen. Er war wohl extra aus dem drei Stunden entfernten Toulouse gekommen, um die Drogen zu suchen.

Woher kommen die Drogen?

Woher die Kokain-Päckchen kommen, ist noch unklar. Sie geben den Ermittlern viele Rätsel auf. Es gibt verschiedene Hypothesen. Die Pakete könnten beispielsweise bei einem Sturm oder einer Havarie von einem Schiff gefallen sein. Am Donnerstag entdeckte die italienische Polizei in Kalabrien Kokain im Wert von mehr als 250 Millionen Euro. Fast 1.200 Kilo waren in Bananenkisten entdeckt worden – ihr Ziel war offenbar der deutsche Drogenmarkt.

Um die Herkunft der Drogen zu klären, arbeiten die französischen Ermittler mit der Polizei anderer europäischer Länder sowie mit der US-Anti-Drogenbehörde DEA zusammen.

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