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Frankreich ist ab Samstag ein Vorreiter in Sachen Bienenschutz. Denn: Seit Samstag sind bestimmte Insektengifte in Frankreich komplett verboten. Der Grund: Bienen sollen mehr geschützt werden. Könnte so ein Verbot auch in Deutschland kommen?

Frankreich tut ab Samstag offiziell mehr als Deutschland und jedes andere Land in der Europäischen Union für den Schutz von Bienen. Als eine Maßnahme verbietet Frankreich nämlich ab jetzt fünf Insektengifte, die als besonders bienenschädlich gelten. Dabei geht es um fünf sogenannte Neonikotinoide.

Deshalb sind Umweltschützer immer noch nicht zufrieden

Und obwohl Frankreich jetzt klar eine Vorreiterrolle im Bienenschutz einnimmt, sind auch mit dieser Regelung nicht alle Umweltschützer zufrieden. Sie beklagen, dass die Verbote der Spritzmittel noch immer nicht konsequent genug sind – bis 2020 sind von den Verboten nämlich immer noch Ausnahmen möglich.

Zudem dürfen die umstrittenen Mittel in Gewächshäusern sowie in Produkten wie Zeckensprays für Katzen weiter eingesetzt werden. Und: Es wurden neue Insektizide genehmigt, die ebenso schädlich sein sollen.

Was gilt in Deutschland?

In Deutschland soll – wie auch in allen anderen EU-Staaten – ein Verbot für drei bienenschädliche Gifte der Gruppe der Neotikotinoide bis Ende des Jahres in Kraft treten. Es gilt allerdinge nur für die Freilandnutzung der Pflanzenschutzmittel. In Frankreich ist jegliche Nutzung verboten. Zudem betrifft das französische Verbot zwei weitere dieser Insektengifte, die laut dem EU-Beschluss weiter eingesetzt werden können.

Bienen sind wichtig für die Landwirtschaft; Foto: picture alliance/dpa

Die Biene die Bestäuberin etwa eines Drittels aller landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. 

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Bayer hat die Neonikotinoid-Hoheit

Mehrere der Wirkstoffe werden von dem Leverkusener Chemiekonzern Bayer hergestellt, der sich auf EU-Ebene juristisch gegen die Einschränkung seiner Geschäftstätigkeit wehrt. Bayer hält die Argumente der Kritiker für „wissenschaftlich unbegründet“.

Tatsächlich beklagen Imker und Imkerinnen auf der ganzen Welt schon seit den 1990er Jahren von einem starken Rückgang an Bienenpopulationen. Das schreibt auch die Umweltorganisation „Greenpeace“ auf ihrer Webseite.

Aber nicht nur Bienen sind betroffen: Wissenschaftler von der Radboud-Universität in den Niederlanden haben herausgefunden, dass es generell deutlich weniger Insekten – am stärksten im Sommer. Da gibt es 82 Prozent weniger Insekten.

Autor
Laura Bisch