Bei dem Versuch, ein Selfie von sich zu schießen, hat eine junge Frau in einer Kunstausstellung eine teure Kettenreaktion ausgelöst. Und das Ganze wurde auch noch auf Video festgehalten.

Nur eben ein Foto in der Kunstausstellung von sich machen, um den Mitmenschen zu beweisen, wie kulturell interessiert man ist. So oder so ähnlich wird es sich eine junge Frau in Los Angeles gedacht haben, als sie sich in der Installation „Hypercaine“ in der Ausstellung The 14th Factory vor das Kunstwerk hockte, um sich zu fotografieren.

Doch dabei verlor sie das Gleichgewicht, stieß eine der Stelen um – und löste einen Domino-Effekt aus. Nacheinander kippten zwölf Aufsteller mit den teuren Kunstwerken darauf ineinander. Drei seien schwer beschädigt, die anderen etwas weniger, heißt es von den Veranstaltern. Der Schaden: rund 200.000 US-Dollar.

Die Kunstwerke ähneln allesamt Kronen, aus teils wertvollen Materialien wie Gold und Marmor. Bis zu 30 Stunden Arbeit stecken in jedem einzelnen Stück der Künstler Simon Birch, Gloria Yu, Gabriel Chan und Jacob Blizter – gemessen von der Idee bis zur Umsetzung über 3D-Modelle bis zum Schweißen und Zusammenbau.

Künstler will keinen Schadensersatz

Wer das Video des Unfalls ins Netz gestellt hat, ist nicht bekannt. Die Person behauptet jedenfalls, den Künstler Birch zu kennen. Doch selbst mit diesem Bildmaterial möchte der Künstler keine Anzeige erstatten oder Schadensersatz fordern.

„Sie war entsetzt und bestürzt. Wir haben zwar Infos über ihre Personalien aufgenommen, werden keine aber weiteren Schritte ergreifen“, sagte Birch. Es sei eindeutig ein Unfall gewesen und die junge Frau sei zudem Studentin. „Außerdem arbeiten wir unentgeltlich und könnten es uns gar nicht leisten, sie zu verklagen.“